Kenya 

 

   

 

Am frühen Nachmittag erreichten wir, nach einem immer wieder grandiosen Blick in das Great Rift Valley (Den Großen Afrikanischen Graben) das Camp. (Übernachtung 200,-KSH p.P.). Wir bauten unser Zelt auf (das hatte die Regenzeit in einem Dachzimmer des Boko Boko gut überstanden), stellten stolz unsere neuen Möbel auf und bereiteten ein Lagerfeuer vor. Auf dem Allesbrenner kochten wir eine erste warme Mahlzeit, dazu gab es (fast kaltes) "Tushker" Bier aus Dosen. Früher als erwartet, kamen gegen 20.00 Uhr die ersten Flußpferde aus dem See und grasten friedlich nur durch einen kleinen Elektrozaun von den Zelten getrennt in nur 20 Meter Entfernung im Licht unseres Scheinwerfers. Das Lagerfeuer knisterte, ein leises Zirpen lag in der Luft und wurde in der Ferne vom Gekicher einiger Hyänen unterbrochen, auf so einen Abend im Familienkreis, mit derartiger Kulisse und Geräuschen, hatten wir wieder ein Jahr warten müssen.

Für den kommenden Tag hatten wir uns einen ganzen Tag Game Drive im 70 km Entfernten Nakuru Nationalpark vorgenommen. Beginnen sollte alles mit einem gutem Frühstück am Makalia Wasserfall. Ein überaus korrekter Ranger stellte am Gate fest, das unser Land Rover ja eigentlich ein 12 Sitzer sei (und damit natürlich teurer) und ließ sich auch nach langer Diskussion nicht davon abringen, auch das Ausstellen unserer Smart Card kostete etwas mehr Zeit als gedacht, so fand das verdiente Frühstück an diesem Tage erst um 12.00 Uhr statt. Dafür aber in wundervoller Lage und herrlicher Ruhe. Unterbrochen wurde die Idylle am Wasserfall nur von ein paar Rangern des Kenya Wildlife Service, die die Pisten kontrollierten. Ihnen verdankten wir dann auch ein Bild von uns Dreien und... (...dazu später).

Schon auf der Fahrt zum Wasserfall hatten wir Nashörner, Wasserbüffel, Wasserböcke, Impallas, Thomys und Zebras sowie einige Geier und viele Flamingos beobachten können. Nun wollten wir den Rest des Tages damit verbringen noch einige gute Videoaufnahmen und schöne Fotos speziell von Spitz- und Breitmaulnashörnern und Büffeln (beide Tierarten sind besonders gut in diesem Park zu beobachten) zu bekommen. Kaum hatten wir unseren Lagerplatz verlassen, da entdeckten wir eine ansehnliche Herde von Wasserbüffeln, friedlich grasend, rechts und links einer kleineren Piste. Kurz entschlossen steuerte ich (trotz der Proteste meiner beiden Damen) den Land Rover zwischen die Tiere, gerade wollte ich noch tiefer in die sich langsam teilende Herde fahren, da stotterte der alte Dieselmotor noch einmal und schwieg dann. Auch wir sahen uns an und schwiegen. Nach zwei, drei Versuchen den Wagen zu starten war klar, da fließt kein tropfen Diesel mehr. Der Tank mußte aber noch mehr als halb voll sein. Vorrangig störten jetzt aber erst einmal die ca. 100 Büffel rund um unser Fahrzeug eine weitere Kontrolle des Motors. Dank des langjährigem Studiums von "Hatari" und anderer Afrikafilme (grinz, und auch mit etwas Erfahrung der vergangenen Jahre), schob ich mich vorsichtig aus dem Landy, klettere auf das Autodach und schwang schreiend meinen Safarihut ,unterstützt von lautem Hupen. Wild stoben die Büffel auseinander und blieben dann nach wenigen Metern wieder stehen. Nun waren sie allerdings weit genug entfernt um sicher am Land Rover hantieren zu können. Allerdings verstehe ich von Großwild viel mehr als von Autos. Unsere Lage sah hier, ziemlich am Äußeren Ende des Parks, nicht besonders gut aus. Gerade diskutierten wir ob ich bis zur Hauptpiste laufen sollte um evtl. einen Safaribus abzufangen, als ich plötzlich den Truck der Ranger im Gelände entdeckte. Wieder tanzte ich wild auf dem Wagendach herum, wieder wurde geschrien und gehupt. Glück gehabt. Die Ranger hatten uns bemerkt. Etwas irritiert fragten sie uns nach dem Sinn unserer Veranstaltung und wiesen mich darauf hin das das herumlaufen im Park nicht gestattet sei. (ach!) .

Die Situation war aber schnell geklärt, bewaffnet mit einem unserer Schraubenzieher wurden einige Schläuche abgebaut, mindestens ein Liter Diesel per Mund abgesaugt und immer wieder versucht den Wagen zu starten. Schließlich kam man zu dem Ergebnis, die Dieselpumpe sei hin (na klasse).

Dank unseres (aus Deutschland mitgebrachten) Abschleppseils, konnte der Rover hinter den Kleinlaster gehängt werden und ein völlig neues Safarigefühl für uns begann. Vorbei an staunenden Zebras, dösenden Büffeln und schnaubenden Nashörnern polterten wir im Schrittempo durch den Park. Die am Ufer stehenden Flamingos bekamen wir allerdings nicht mehr vor die Kamera.

Unsere unfreiwillige Fahrt endete in einer Garage des KWS, (Kenya Wildlife Service) ohne viele Fragen machten sich drei Mechaniker daran, die Dieselpumpe zu untersuchen und stellten kurze Zeit später fest: Elektrik defekt. (Glück gehabt!) Trotzdem dauerte es gut vier Stunden bis der Schaden behoben war, schließlich mußte der Mottor ja noch entlüftet werden. Und da unser Land Rover einen Nisan Dieselmotor hat wußte keine wie man den entlüftet, also hatte man kurzer Hand einfach den Motor geöffnet. Nach dem Eingriff strahlten alle (inklusive der Familie Reinecke) stolz und erleichtert und eine Handvoll Kenya Shillinge wechselte ihren Besitzer.(Geld das ich, nach der überwältigenden Hilfe, gerne bezahlte)

Eigentlich wäre nach dieser Reparatur noch Zeit für einen abendlichen Game Drive gewesen, wäre da nicht der Linke Hinterreifen (es ist immer der linke Hinterreifen) mit auffällig wenig Luft . Also fuhren wir ins angrenzende Nakuru und ließen unseren Reifen flicken und verstärken.

Nachts um 21.30 Uhr erreichten wir dann unser Zelt im Fishermann´s Camp am Lake Naivasha. Trockenes Feuerholz lag schon bereit und die Hypos schmatzten auch schon wieder am Seeufer. Auf dem Kocher bereiteten wir noch ein kleines Dinner, Jenny kroch erschöpft in ihren Schlafsack, Petra und ich genossen den Sternenhimmel und diskutierten ob eine Weiterfahrt in die Masai Mara sinnvoll sei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt-
übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Copyright © 2002 andere-laender.de