Windhoek, Namibia

      Reisebericht

 

   

 

Nach kilometerlanger Savannenlandschaft erblicken wir beim Landeanflug auf Windhoek endlich eine asphaltierte Landebahn. Irgendwo im nirgendwo sind wir gelandet! Um 7.30 Uhr Ortszeit (eine Stunde Zeitverschiebung) betreten wir erstmalig afrikanischen Boden.

Am "Chief Hosea Kurako Airport" treffen wir " wie vereinbart - einen freundlichen Mitarbeiter von Safe! Cars, bei denen wir unseren Toyota Hilux 2700i (mit Campingausrüstung und Dachzelt) bestellt hatten. Leider wartet er nicht auf uns, wir sind nicht auf seiner Liste vertreten. Glücklicherweise hat er noch zwei Plätze im Bus frei. Wir dürfen also mitfahren.

Die erste Station führt uns dann nicht direkt nach Windhoek, sondern in ein Souvenir- und Trophäengeschäft, das sich auf halber Strecke zwischen Flughafen und City befindet. Dort dürfen wir uns "umschauen". Es ist schon recht merkwürdig, wenn man nach einem langen Flug um acht Uhr morgens einen ausgestopften Löwen sowie eine Giraffe in Lebensgröße präsentiert bekommt. Die Inhaber begrüßen uns mit einem freundlichen "Guten Morgen".

Nach dieser kurzen, tierkundlichen Einführung ("so nah werden wir nie wieder neben einem Löwen stehen") geht es nun durch die Innenstadt von Windhoek in unsere Unterkunft, das Puccini House (4 Puccini Street; Tel. 061-236 355; email: puccinis@nweb.com.na). Das Backpackers liegt nur wenige 100 Meter vom Standzentrum entfernt. Die namibischen Gastgeber empfangen uns freundlich, auch vier aufgeregte Hunde bellen uns ein herzliches "Welkom" entgegen. Wir haben diese Unterkunft gewählt, da wir nahe der Innenstadt sein wollten und auch der Preis von 160,- N$* (ca. 16,- Euro) pro Doppelzimmer stimmt. Ein echter Glücksgriff! Das Zimmer ist geräumig, die sanitären Anlagen sehr sauber. Die Gastgeberin steht uns mit Rat und Tat zur Seite.

Bald starten wir zu unserer ersten Erkundungstour durch Windhoek. Wir haben uns vor der Reise entschieden, erst am nächsten Tag unsere große Namibia-Rundreise mit dem PKW zu beginnen. Dieser Ankunftstag erschien uns zur Eingewöhnung und Erledigung einiger notwendiger Reisevorbereitungen vor Ort (Reservierungsbüro, Kleidung, Apotheke) sinnvoll. Zudem lohnt sich eine Sight-Seeing-Tour durch Windhoek.

Zuerst führt uns der Weg in die Luisen-Apotheke auf der Independence Avenue (ehemalige Kaiserstraße), der Hauptstraße Windhoeks. Dort erkundigen wir uns bei einem deutschsprachigen, kompetenten Apotheker nach den Gefahren einer Malariaerkrankung im Norden des Landes (Etosha-Nationalpark etc.). Wir entscheiden uns für eine Prophylaxe und decken uns mit Mückenspray ("Peaceful Sleep") und Sonnenmilch (Lichtschutzfaktor 30) ein. Natürlich muss bei einem Namibia-Urlaub auch die Kleidung stimmen. Ein Besuch bei Holtz-Safari (Gistav Voigt Centre, Independence Avenue 129; Tel. 061-35941) verleiht uns ein wahres Safari-Gefühl, auch der "Ranger"-Hut darf dabei nicht fehlen. Die Wahl der hellen Kleidung mit langärmligem Hemd zahlt sich auch als so genannte Expeditionsprophylaxe aus.

Müssen wir unsere Camping-Übernachtungen - wie wir vorher gelesen haben - im voraus buchen? Das wollen wir im staatlichen Reservierungsbüro der Naturschutzbehörde wissen. Eine Buchung ist für den Etosha-Nationalpark dringend zu empfehlen. Wir entscheiden uns, erst den weiteren Verlauf der Reiseroute abzuwarten und den Campingplatz im Etosha eine Woche vor unserer Ankunft zu buchen. Eine gute Entscheidung, da die Übernachtungskapazitäten doch sehr begrenzt sind. Für die Hauptsaison ist eine rechtzeitige Buchung mehrere Wochen im voraus dringend notwendig.

Natürlich werfen wir auch einen Blick auf die deutschsprachige Tageszeitung in Namibia, die "Allgemeine Zeitung". Dieses unabhängige Blatt, das seit 1914 erscheint, berichtet sowohl über nationale als auch über internationale Ereignisse in Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur etc.. Im nationalen Teil kommen auch die Farm- und Jagdnachrichten zur Sprache. Die internationale Berichterstattung konzentriert sich überwiegend auf Deutschland. Es ist schon interessant, im fernen Namibia die aktuellsten Entwicklungen in der Heimat zu lesen.

Nach der Pflicht steht nun die Kür auf dem Programm: Die Sehenswürdigkeiten von Windhoek. Die Stadt, die auf 1650 Meter Höhe ü.d.M. liegt, hat ihren Namen ("Windecke") von dem Nama Häuptling Jan Jonker Afrikaaner erhalten. Ein Rundgang führt uns zu der 1910 eingeweihten neuromanischen Christuskirche. Direkt gegenüber von dem Gotteshaus erblicken wir das Gebäude der Nationalversammlung, den "Tintenpalast". Wahrlich kein Prachtbau, die Parkanlage vor dem Regierungsgebäude ist da schon beeindruckender. Der 1913 errichtete Tintenpalast hat seinen Namen von den Beamten, die dort früher ihre Schreibarbeiten mit Feder und Tinte ausgeführt haben. Am Reiter-Denkmal vorbei gehen wir in Richtung der "Alten Feste". Die "Alte Feste" wurde 1890 von den Kolonialsoldaten gebaut und beherbergt heute das namibische Staatsmuseum. Nebenan liegt das Restaurant "Afrika". Dort dürfen wir das erste landestypische Essen genießen. Die Spezialitäten aus Namibia und dem übrigen Süd-, West- und Ostafrika sind sehr empfehlenswert und für den europäischen Gaumen doch recht scharf. Natürlich probieren wir auch den namibischen Maisbrei ("Mille-Pap"). Dabei darf natürlich auch ein "Windhoek Lager" nicht fehlen. Eine Reservierung ist in diesem Restaurant, das von dunkelhäutigen Namibiern geführt wird, empfehlenswert (Tel: 061-247178). Da es schon dunkel ist, fahren wir mit einem Taxi ins Puccini House zurück.

*Alle Übernachtungspreise beziehen sich auf zwei Personen (inkl. Parkeintritt).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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