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Naukluft Park - Kuiseb Canyon - NamibiaReisebericht |
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Wir parken unser Fahrzeug auf dem offiziellen Parkplatz. Dann geht es mit zwei Litern Wasser (auf Anweisung des Herrn im Office) los. Der erste Teil des "Olive Trail" verläuft auf einem kleinen Pfad - mit kontinuierlichem Anstieg. Wir müssen immer den "white footprints" folgen, die auf Steinen, Felsen, Weg etc. markiert sind. Nach dem kleinen, recht schweißtreibenden Höhenweg sind wir auf der Spitze des Berges gelandet. Wir genießen die Aussicht und hoffen, dass wir die Alarmanlage unseres Autos hier oben nicht hören müssen. Dann hätten wir größte Schwierigkeiten, unseren fahrbaren Untersatz noch rechtzeitig zu erreichen. Der zweite Abschnitt des Weges führt uns in ein felsiges Flusstal. Glücklicherweise sind wir in der Trockenzeit hier, wer weiß, wie das Tal in der Regenzeit aussehen würde. Wir folgen jetzt dem felsigen Flussbett und steigen über Tausende von großen und kleinen Steine. Natürlich halten wir gebannt Ausschau nach einem Tier. Zebras, Kudus etc. wurden uns angekündigt. Auch Leoparden sollen in den Bergen leben. Wir sehen auf dem gesamten, pflanzenkundlich sehr interessanten Wanderweg kein einziges "spannendes" Tier, nur kleine Kriechtiere und Vögel. Nachdem wir einen Großteil des Trails geschafft haben, kündigen sich einige kleinere Hindernisse an. Wir müssen an Felsen herunterrutschen und hoffen, dass wir an der nächsten Ecke wieder die weißen Fußspuren sehen. Den gleichen Weg wieder zurück, hinauf über die hohen Felsen, würden wir nicht mehr schaffen. Mit unserer guten Treckingausrüstung, die uns mit ihrer Strapazierfähigkeit vor Rissen und Schürfwunden bewahrt, schaffen wir jede kleine oder große Überraschung. Natürlich haben wir, trotz des teilweise anstrengenden Forwärtskommens, einen Blick für die atemberaubende Natur. An dem das Flussbett umgebenden steilen Felswänden lassen sich die verschiedenen Gesteinsschichten ablesen. Faszinierend sind vor allem die kleinen und großen Köcherbäume, die überall auf den Bergen und am Rande wachsen. Eine exzellente Kulisse. Dann ist es endlich soweit: Der kleine "Swimming Pool"; über den wir uns an Ketten hangeln sollen. Es sieht erstaunlich aus. Ich bekomme einen Schock. Wir haben an beiden Seiten - links und rechts - die Möglichkeit, den Weg fortzusetzen. An der rechten Felsklippe entlang erscheint uns das Abenteuer kürzer, uns ohne Halt an Ketten krallend vorzutasten. Ich gehe vor. Schritt für Schritt, ich schaue auf die Felsen. Ich halte mich mit größter Kraft an den Ketten fest. Hoffentlich sind diese noch stabil und zuverlässig im Felsen verankert. Zwei, vielleicht drei Schritte hoffe ich, dass meine Trecking-Schuhe eine gute Haftung auf den Steinen haben. Ansonsten bleibt nur der Blick nach unten, ins ca. fünf Meter tiefer liegende Gewässer. Es geht alles gut. Ich erreiche einen Stein, auf dem ich meine Füße wieder senkrecht aufsetzen kann. Jetzt muss es Stefan noch schaffen. Ich gebe ihm Tipps, wie er am besten seine Füße aufsetzt, da man von vorne nicht übersehen kann, an welcher Stelle man Halt (?) haben könnte. Auch er schafft es mit Bravour. Wir sind glücklich, uns fällt beiden ein Stein vom Herzen. Dies war die erste große Herausforderung unseres Urlaubs. Wir verharren kurz an einer sicheren Stelle. Ein Erinnerungsfoto muss her, natürlich spiegelt es nicht die wahren Gefahren und die Dynamik dieser Situation wieder. Den abschließenden Teil des "Olive-Trails" genießen wir. Locker und fröhlich laufen wir über die Felsen und spitzen Steine. Nach rund vier Stunden, in denen wir keinen anderen Wanderern begegnet sind, erreichen wir wieder unseren Toyota. Wir melden uns kurz im Office zurück "We did the Olive Trail" und ernten einen zufriedenen Blick. Geschafft und müde, aber glücklich setzen wir unsere Reise kurz nach 13 Uhr über die C14 fort. Auf der Fahrt entdecken wir auf einem Berg eine Schar von Pavianen. Große und kleine, Jungtiere - alle sitzen auf den Steinen und schauen den vorbeifahrenden Autos entgegen. Auch eine Pavian-Mutter begutachtet mit seinem Kleinen auf dem Rücken die Touristen am Straßenrand. In Solitaire, das eigentlich kein Ort sondern nur eine Tankstelle mit Campingplatz und Shop ist, kaufen wir unser teuerstes Wasser. 18 Dollar (ca. 1,80 Euro) für eine Flasche. Wucher für namibische Verhältnisse und nicht nur dort! Der Zustand der Straße in Richtung Kuiseb Canyon wird immer schlechter. Wir kämpfen uns Meter um Meter über die kleinen Hubbel in der Schotterpad. Wodurch kommen diese Unebenheiten zustande? Vielleicht sind es Ausspülungen aus der Regenzeit, vielleicht war die Straße nie in einem besseren Zustand. Langsam wird es dunkel. Es ist schon nach 17 Uhr. Die Sonne verschwindet schnell hinter den Bergen, der Kuiseb Canyon hüllt sich in ein gigantisches, kurzes Farbenspiel. Unser Quartier wollen wir diese Nacht im Kuiseb Bridge Camp aufschlagen. Dafür haben wir bereits im Sossusvlei Office einen Permit für 140,- Dollar (ca. 14,- Euro) erworben. Wir lassen uns überraschen. Und wir erleben eine Überraschung! Nachdem es schon recht dunkel ist, überqueren wir die Kuiseb Bridige. Dort muss irgendwo unser Nachlager sein. Ich entdecke ein Schild: "Kuiseb Bridge Camp! Zufahrt nur mit gültigem Permit erlaubt." Wir biegen von der "Straße" in die tiefsandige Zufahrt ein und entdecken einen alten, vermoderten "Camping"-Tisch. Ach so, dies ist also unsere Campingplatz für 160,- Dollar. Außer einem Tisch, vier kleinen steinigen "Hockern" und einem ehemaligen abgerissen "Trocken"-Toilettenhaus gibt es also nichts. Wir sind erleichtert: Autospuren im Sand. Es gibt also Menschen, die hier schon einmal waren. Welch" eine Beruhigung. Mit Vollgas und viel Gleitgefühl gelangen wir zu unserem "Stellplatz". Jetzt heißt es, schnell das Zelt aufbauen und das Essen vorbereiten. Wir sterben vor Hunger, nach dieser Wanderung und der langen "Ruttelfahrt". Es befinden sich viele kleine, mittelgroße Tierchen im Sand. Skorpione konnte ich noch nicht entdecken oder an meinen Füßen erspüren. Wir essen unsere vegetarischen Spaghetti und lauschen dem lautstarken Gesang der Vögel! Stefan interessiert sich für das Leben in den Bäumen
über unserem Abendessen. Ohhh..., ein ca. 10 Zentimeter
großer kakerlakenartiger Käfer bewegt sich langsam
über den Ast. Bevor wir noch größere Tiere oder
vielleicht auch Schlangen neben unserem Schlafplatz entdecken,
verkriechen wir uns in unser geschlossenes Dachzelt und sind
froh, dass wir nicht auf dem Boden campen. Die Nacht verbringen
wir sehr ruhig, kein Auto fährt an uns über die Kuiseb
Brücke vorbei.
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