Last Minute in Tunesien

      Reisebericht

 

 

   

Liebe last-minute Liebhaber, traut euch! Denn Tunesien ist mehr als nur Pauschalurlaub an der Küste.

Wir, zwei blonde Mädels, 21, wollten nach einem recht grauen deutschen August noch etwas Wärme erleben, durchstöberten das Internet und buchten kurzerhand zwei Flüge nach Tunesien. Sachen gepackt, Reiseführer aus der Bibliothek, viele gutgemeinte Tipps aus Verwandt- und Bekanntschaft bekommen und auf, auf und davon.

Wie es aber nun mal last-minute-Angebote an sich haben, fliegen sie nicht immer zur günstigsten Zeit, sprich wir kamen kurz vor 2:00 Uhr morgens tunesischer Zeit am Flughafen Habib Bourguiba in Monastir an. Da ist es naturgemäß dunkel, auch in Tunesien. Und was bleibt einem da als Nur-Flug-Bucher ohne Hotel einfach mal anderes übrig als da zu warten bis es hell wird. Denn die Absichten von zwei alleinreisenden Frauen können in einem islamischen Land leicht mißverstanden werden. Warum nicht diesem aus dem Weg gehen?

Nach einem netten Gespräch mit sämtlichen Flughafenmitarbeitern und mehrmaligem Ablehnen einer Reise nach Hammamet, ging dann ca. 6:00 Uhr die Sonne auf, und es konnte mit den zwei kleinen Rucksäcken die zehn Kilometer in die Stadt angetreten werden. Das bisweilige Hupen, Klingeln, Pfeifen und "Hallooo" gekonnt ignorieren und sich nicht beirren noch beeindrucken lassen. Daneben ist das Aufwachen einer Stadt ein Erlebnis, das vielen Hotelbewohnern mit Sicherheit verborgen bleibt.

Ein relativ billiges Hotel in Strandnähe (Doppelzimmer 40TD = 60DM) war schnell gefunden. In Urlaubsorten könnt ihr euch noch in deutsch durchfragen, im Allgemeinen fällt das Reisen dann aber doch mit einer französisch oder arabisch sprechenden Freundin leichter. Wir wollen euch ja nicht zuviel über Monastir verraten, also der Strand ist schön, das Wasser warm und wenn ihr euch auf die Sehenswürdigkeiten stürzt, lernt ihr bestimmt schnell ein paar neue Freunde aus dem Souvenirladen kennen. Da gibt's dann kostenlos Tee, euren Namen auf arabisch und einen Hafenrundgang. Angebote über eine weitere Beschäftigung am Abend können ruhig und bestimmt abgelehnt werden, keine Angst ein klares, aggressives "nein" versteht jeder Mann.

Nach mehrmaliger Änderung unserer Reiseroute (zum Glück sind wir ja Individualtouristen - Es lebe die Unentschlossenheit!) ging's am nächsten Tag zum Bahnhof - zunächst mit der Metro du Sahel nach Sousse (knapp 2TD für 2 Personen). Nach einem kleinen Marktrundgang, Esseneinkauf und einem kostenlosen Tee bei einem neuen Freund in einem Souvenirladen wieder Eisenbahnfahren - mit der SCNFT für 11TD nach Tunis. (Achtung anderer Bahnhof als die Metro du Sahel!)

Nach unseren recht guten Erfahrungen in der Touristen-Info in Monastir und Sousse, begaben wir uns schnurstracks zu selbiger am Bahnhof Tunis. Dort wurden unsere Erwartungen doch ziemlich enttäuscht. Denn wo waren denn all die billigen Hotels in der Umgebung? Von Stadtplanlesen hatte die gute Frau auch noch nie gehört. Jedenfalls verlegte sie den von uns gesuchten Busbahnhof kurzerhand per Kringel auf der Karte ans andere Ende der Stadt, was die Suche nach diesem nicht unbedingt erleichtern sollte, So, und wer es genau wissen möchte, er liegt zwischen den Metrohaltestellen Bouchouchou und Bab Saadoun (Linie4).

Doch erstmal zum Hotel. Nach mehrmaligem Fragen und auch einigen voll belegten Hotels fand sich denn dann doch noch eine ganz annehmbare Unterkunft für 33 TD fürs Doppelzimmer mit Frühstück. Ohne Gepäck konnte man sich jetzt auch ins Getümmel der Souks (Märkte) stürzen. Vorherige Planungen einer Route durch die Altstadt sind zwar gutgemeint, aber vollkommen überflüssig, man hat ohnehin keine wirkliche Chance zu bestimmen, wohin man möchte bei den Menschenmassen und engen Gassen.

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