Last Minute in Tunesien

      Reisebericht

Teil 2

 

   

 

Leider hatten wir in der doch recht hübschen Hauptstadt unser einzig negatives Erlebnis in Tunesien. Einmal lehnten wir eine angebotene Bereitschaft uns eine tolle Aussicht zu zeigen doch nicht vehement genug ab. Die Aussicht war zwar schön, aber ein Parfüm aus dem Laden seines Bruders wollten wir danach doch nicht erwerben. Wir konnten uns für 800 Millimen freikaufen. Naja immerhin hatte er vorher für jeden von uns beiden noch einen Tee ausgegeben (ca. 1,5 TD). Dennoch waren wir danach etwas vorsichtiger.

Nächster Tag. Busbahnhofsuche. Es ist doch wirklich erstaunlich wo man sich überall gleichzeitig befinden kann... Nach vielen Fragen, noch mehr Helfern und 20km durch Tunis (ach, und einer Wut auf die kompetente Touri-Info!) fanden wir dann den Ort unseres Begehrens. Nicht zu übersehen lauter Busse, Kleinbusse, Taxen und Menschen. Alles arabisch natürlich! Da hilft nur fragen und bestimmt findet ihr dann auch einen kleinen Mann mit roter Kappe, der garantiert kein Taxifahrer ist, aber trotzdem sehr hilfsbereit und sich eurer erbarmt. Er bringt euch dann zu einer Louage (Sammeltaxi für sechs Personen), die in unserem Fall nach Teboursouk ins Gebirge fährt. 158km für 8TD (für beide versteht sich).

Kaum ausgestiegen in Teboursouk nach zweieinhalb Stunden tunesische Landschaft ein Taxistenandrang um uns ins Hotel zu fahren. Doch unbeeindruckt von der übertriebenen Kilometerweissagung bis zum Hotel wollten wir lieber laufen. Und siehe da, der nette Taxifahrer zeigte uns die Abkürzung zu Fuß - nicht mal einen Kilometer auf einem Sandweg. Das einzige Hotel der Stadt liegt ruhig im Olivenhain und für 38TD mit Frühstück schläft man sehr sehr gut.

Auf ging es denn zu den Ruinen von Dougga, deswegen waren wir ja hier. Sechs Kilometer zu Fuß erschienen uns doch zu weit und dank Faulheit erreichten wir für 5 TD im Taxi die Ausgrabungsstätte. Zu den Ruinen selber läßt sich nicht viel beschreibendes sagen. Man muß sie in ihrer Umgebung einfach selbst erleben. Für uns zwei steht jedenfalls fest, daß es dort die schönste und eindrucksvollste Zeit der Reise war. Zwar trifft man dort auch auf Reisegruppen, aber dennoch strahlt der Ort eine bewundernswerte Ruhe aus, die wir vor allem nach dem belebten Tunis genossen. Man kann ganz allein über das weite Areal stromern und bekommt einen Eindruck von der Natur in den Bergen von Tunesien. So entschlossen wir uns denn auch wenigstens den Rückweg zu Fuß zu bewältigen (der geht denn auch bergab), was sich als die richtige Entscheidung erwies. Jedenfalls möchten wir die gesehenen Details und die gefühlten Steine unter den Füßen nicht missen. Endlich kamen wir Tunesien wirklich nahe, nicht nur dem Konstrukt, was den Touristen allgemeinhin vorgesetzt wird.

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