Eriyadu Island, Malediven

Reisebericht über eine Reise vom 23.11. bis 7.12. 2000

  

  

  

  

 

Nach 9 stündigem Flug von FRA nach Male mit einer 767 waren wir froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Nach einer kurzen Wartezeit (45 Minuten) gings dann per Speedboot bei schönem Wetter Richtung Eriyadu, wo wir nach ca. 50 minütiger Fahrt ankamen. Nach dem Willkommensdrink und einem Erfrischungstuch ging es an 's Einchecken, zu unserer Zufriedenheit bekamen wir die Bungalows Nr. 137/138, unsere email Reservierung (Bungi zwischen 120-140) hatte also funktioniert. 120-140 haben mit Abstand den besten Strand, bei den anderen Bungis ist bei Hochwasser kaum noch Strand zu sehen. Vorsicht bei den Bungalows 110,128,155 dort ist meist viel "Verkehr", da dort die Taucheinstiege sind. Die Bungalows sind von der Ausstattung her alle gleich gut, der Roomboy kommt 2 mal am Tag, immer genau dann, wenn man beim Essen ist (habe ihn in 2 Wochen nur 2-3 mal gesehen). Im Restaurant bekommt man einen 4er Tisch für die ganzen 2 Wochen zugewiesen, auch der Kellner (unserer hiess Abdulla, ein super Kerl) bleibt für die 2 Wochen gleich.

Die Zimmer Nummern 160 bis 180 sind in einem 2 stöckigen Gebäude neben den Restaurant, wir konnten immer wieder beobachten, dass Leute dort für die ersten 1 bis 2 Nächte untergebracht wurden, da die Bungis überbucht waren. Keine schöne Sache, das Resortmanagement schafft sich damit sicher keine Freunde. Wir hatten nie Probleme, das Management war stets freundlich und hilfsbereit (wir hatten ja aber auch von Anfang an unser Bungi ). Wir hatten Vollpension gebucht (+12 DM/Tag), was sich auch als gut herausstellte, da die Preise für ein Essen im Coffee Shop sehr hoch sind. Getränkepreise sind ebenfalls sehr hoch, Cola,Fanta,etc. 1,70 US$, Wasser 1,5l 3 US$, Cocktails an der Bar 6-9 US$, Bier (0,3l) 3 US$. Wir begnügten uns daher meist mit Wasser, nur 2 mal in den 2 Wochen suchten wir für jeweils einen Cocktail die Bar auf. Das Essen war sehr gut (3 mal am Tag Buffet), nach 14 Tagen sehnten wir uns dann doch nach etwas Abwechslung.

Tauchen: Das Hausriff - Tauchen macht sehr viel Spass, da man den ganzen Tag (was der Tauchcomputer hergibt) und zu jeder Zeit dort Tauchen kann, die Flaschen werden zum gewünschten Einstieg gebracht.

Am 1. Tag machten wir unseren Check TG. Christina, Diveguidin, leitete uns an, uns auszubleien. Mit VOLLER Flasche sollten wir beim Ausatmen gerade so langsam absinken. Soweit so gut, nur hat die gute Christina nicht beachtet (obwohl ich es sagte), dass, wenn die 12l Flasche am Ende des Tauchgangs z.B. 100 bar weniger aufweist, das ganze exakt 1,4 kg weniger Abtrieb hat (Dichte von Luft 1,22kg/kubikmeter). Am Ende des Check TG hatten dann alle 8 Taucher Probleme auf der Tiefe von 5m den Sicherheits - Stop zu machen und die Tiefe zu halten, da sie aufgrund fast leerer Flaschen zu wenig Abtrieb hatten, und ständig gegen den Auftrieb kämpfen mussten. Alle forderten nach dem Check TG nochmal 1 kg Blei extra an, womit dann die folgenden Tauchgänge auch bestens klappten. Das Problem schien zu sein, dass wegen der hohen Anzahl von Tauchern in der ersten Woche das Blei etwas knapp war. Generell wird man stark bevormundet, was uns nicht so behagte, da wir regelmässig (2-3mal im Monat) hier im kalten, dunklen Bodensee bei Sichtweiten um die 3m tauchen. Für Gelegenheitstaucher (1 mal im Jahr im Urlaub) mag diese Bevormundung ja o.k. sein, aber für uns war es ein wenig zu viel (auch wenn es nur gut gemeint war).

Überhaupt schien mir Christina fachlich nicht die Beste zu sein, beim 2. Boots TG machte sie einen Strömungs - Check. Sie tauchte ab und wieder auf und sagte: "Null Strömung". Als wir dann alle reinsprangen, fanden wir die stärkste Strömung vor, die wir je erlebt hatten. Der TG war dann dementsprechen kurz, da der Luftverbrauch durch die enorme Anstrengung gegen die Strömung sehr schnell zu neige ging. Hätte Christina richtig gecheckt, hätte uns das Boot weiter strömungsaufwärts abgesetzt und wir wären dann mit dem Drift ohne Anstrengung getaucht.

Zu Christina: Habe heute (4.1.2001) auf der offiziellen Homepage von Werner Lau (www.wernerlau.com) folgendes unter News/Eriyadu gelesen:

"Christina hat ihr CMAS Silber erfolgreich bestanden und arbeitet zur Zeit an der doch recht schwierigen "Gold-Theorie". Außerdem macht sie auch Fortschritte im Stömungschecken..... "

Das heisst, das sie damals lediglich CMAS Bronze hatte und damit keinesfalls als Diveguide eine Gruppe "unerfahrener" Taucher führen sollte. Dies spricht absolut gegen die Philosophie des Barakuda Verbandes, dem W. Lau angehört.

Die anderen Boots TG (mit Yumiko,Lothar,Barbara) liefen dann aber ok, wobei man die Damen Christina und Barbara bis kurz vor dem Abtauchen und kurz nach dem Auftauchen generell mit Zigarette sah (schon schlimm mit dem Nikotinentzug während des Tauchens :)), was nicht gerade ein professionelles Bild abgab. Überrascht waren wir auch, als wir mit Yumiko tauchten. Hiess es doch bei der Einführung, dass man unter Wasser tunlichst nichts anfassen soll, was Yumiko dann zusammentauchte war eigentlich mehr freeclimbing als tauchen, so dass wir uns fragten ob wirklich El Nino schuld am Korallensterben ist oder doch was anderes. Viele noch nicht so erfahrene Taucher sah man nämlich auch mit Handschuhen und sich an Korallen festhaltend tauchen, keiner ermahnte diese Leute dies doch zu unterlassen. Da loben wir uns doch die Basen, die darauf achten, dass niemand mit Handschuhen taucht und sich auch nirgends festhält. Generell waren die Tauchboote oft überbelegt ( 20 anstatt der normal max. 16 Taucher), obwohl noch ein 2. Tauchboot zur Verfügung stand, wurden in der 2. Woche oft alle auf nur 1 Boot gepfercht. Es waren dann 25 Personen (20 Gäste,2 Guides,3 Mann Crew) an Bord aber nur 20 Schwimmwesten.

Zu unsrer Verwunderung war auch keine Flasche mit 100% Sauerstoff für den Notfall auf den Booten vorhanden. Dies sollte heute eigentlich zur Grundausstattung eines jeden Tauchbootes gehören.

Leider fanden wir in den 2 Wochen keinen richtigen "Draht" zu dem Tauchbasenperonal (nein, wir hatten uns über nichts beschwert), was wohl auch damit zusammen hing, dass wir im Gegensatz zum Tauchbasenpersonal abends fast nie in der Bar waren (wegen der extrem hohen Preise).

Wer weniger als 40 TG hat (wie leider eine aus unserer 4er Gruppe), darf zunächst die Bootstauchgänge nur mit Begleitung (4 $ / TG) tauchen, am Hausriff darf er (sie) aber sofort ohne Begleitung tauchen, wenn er (sie) will sogar Nachts. Warum das so ist soll mir mal einer erklären. Kann man denn am Hausriff nicht ertrinken ? Es geht immerhin teilweise senkrecht auf ca. 25m runter und teilw. recht starke Strömung erlebten wir auch (vor allem bei Nacht Tauchgängen). Alles in allem war das Tauchen auf Eriyadu trotzdem sehr angenehem und die zahlreichen Haibegegnungen, Napoleons,Rochen,Schildkröten werden für uns unvergesslich bleiben. Dennoch, sollte sich die jetzige Basencrew nicht auf den Lorbeeren ihrer Vorgänger (bis Juni 2000) ausruhen.

Am 7.12. war der Rückflug --- geplant. Wir standen mit der LTU 767 schon auf dem Startfeld, der Pilot beschleunigte, als wir dann schon recht hohe Geschwindigkeit hatten, kam aus dem rechten Triebwerk eine Stichflamme, Startabbruch, Vollbremsung, zurück zum Terminal. Wir wurden dann auf der Insel Full Moon Beach einquartiert. Keine schöne Insel, es fahren dort sogar Autos, die Wege sind gepflastert, 2 stöckige 4er Bungalows. Full Moon würde ich nicht empfehlen, ausser das Essen, das war erstklassig. Am nächsten Morgen wurden wir dann mit einem Airbus A330 mit Zwischenstopp (zum Auftanken, da der Airbus eine geringere Reichweite hat) in Abu Dhabi nach Hause geflogen. LTU gab als Entschädigung jedem einen Reisegutschein über 200.- DM.

Eriyadu, wir gehen sicher nochmal hin, es ist einfach traumhaft schön dort !!

 


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