La Digue, Seychellen

      Reisebericht

 

   

 

SeychellenLa Digue       

erreichten wir um die Mittagszeit mit einem kleinen Segelschiff, dass ein paar mal pro Tag zwischen der Jetty von Praslin und dem Hafen von La Digue verkehrt.

Zu Fuß gingen wir die ca. 500 Meter zu unsere Unterkunft: das Chateau St. Cloud. Es besteht aus einem alten Kolonialhaus mit besonderem Charme (jetzt leider abgerissen, da baufällig) und einem Nebenhaus mit den Appartements. Gleich vorweg, hier ist es sehr gemütlich und persönlich. Das Essen wird gemeinsam an einer langen Tafel eingenommen, so dass eine richtig familiäre Atmosphäre aufkommt.

Der Tag ging recht schnell voll vorbei. Wir schnupperten noch bisschen in der Umgebung und stellten Eines sofort fest. Hier fühlt man sich einfach wohl. Der perfekte Ort um die Seele baumeln zu lassen.

Nachdem wir uns durch das komplette Frühstücksbuffet gefuttert hatten (und noch reichlich Verpflegung für den Tag gleich miteingepackt wurde) ging´s am folgenden Tag ins Union Estate. Das ist eine Kokosnussplantage und gleichzeitig auch der Landsitz des Präsidenten. Kurz vor dem Eingang auf keinen Fall den alten Kolonialfriedhof gleich rechts verpassen. Sehr stimmungsvoll. Danach ist ein kleiner Eintritt fällig, dafür bekommt man in der Plantage auch die Herstellung von Kokosöl praktisch vorgeführt, und zwar vom Öffnen einer Nuss bis zum fertigen Öl. Eine nette Abwechslung im Strandalltag. Auch im Garten des Präsidenten kann man sich frei bewegen. Das wäre auch kein schlechter Platz, um ein paar Jährchen zu verbringen. Träumen ist ja mal erlaubt......

 Geht man einfach immer weiter, so kommt man ganz automatisch - an einer Schiffswerft vorbei - an den meistfotografierten Strand der Welt: die Anse Source D´Argent. Wir können nur hoffen ihr habt genug Filme mit dabei ;-). Die nächste Stunde wanderten wir die Küste entlang, es folgt immer Strand auf Strand, nur getrennt von den berühmten Granitfelsen. Strände sind nicht jedermanns Sache, aber wem´s gefällt, der ist beim ersten mal wie in Trance. Uns ging´s auf jeden Fall so. Auch wenn´s abgedroschen klingt: ein absolutes Muss !!! Leider fing es am Nachmittag an zu regnen. So eine Palme leitet den Regen direkt über ihre großen Palmwedel zu den Wurzeln, so dass man unter ihr fast trocken bleibt. Aber irgendwann mussten wir doch den Weg zurück in Angriff nehmen. Na ja, der Regen ist ja warm. Es folgte ein Abend wie so oft, und das sollte einem auch klar sein bevor man auf die Seychellen geht: Abendessen ca. um 20 Uhr, Bierchen und kleiner Smalltalk mit den anderen Gästen, Rückzug aufs Zimmer oder Terrasse und noch bisschen lesen (genug Lesestoff mitnehmen), zufriedenes Einschlafen danach. (nach dem Lesen oder dem Anderen....)

Bisschen Bewegung kann nicht schaden. Zu Fuß liefen wir am nächsten Tag zur Grand Anse im Süden der Insel. So ein Fußmarsch hat einige Vorteile: man kann das Leben der Leute beobachten, entdeckt Tiere im vorbeigehen und erlebt alles einfach intensiver. Und nach 45 Minuten ist man ja eh schon da. Gleiches Bild wie immer: Granitfelsen, Palmen, ..... leider zum Baden im August nicht geeignet, wegen der hohem Brandung. Kein Problem, unser eigentliches Ziel ist ja die Anse Cocos. Also linker Hand über den Hügel in die Petite Anse. Schon die Aussicht lohnt den Weg. Die Petite Anse ist meist ganz menschenleer, weil nur Durchgangsstation. Am Strand entlang weiter, kurzer Haken ins Landesinnere und über das nächste kleine Hügelchen. Der Weg ist in jedem Reiseführer beschrieben, allerdings oft zu ungenau oder falsch, also viel Spaß beim Suchen.

 Die Anse Cocos ist für viele der Strand auf La Digue. Vom Chateau aus liefen wir ca. 1 Stunde und 30 Minuten. Das ist vielen Touris aber schon zu anstrengend. Mit der angenehmen Folge, dass man oft stundenlang ganz alleine ist. Baden ist im August auch dort teilweise nicht möglich, aber es gibt ein paar geschützte Stellen.

Die nächsten fünf Stunden: klettern zwischen den Felsen, im warmen Wasser dümpeln, Fische beobachten, Kokosnüsse sammeln und essen (man weiß jetzt ja, wie man sie problemlos öffnet), bräunen lassen, versuchen auf Palmen zu klettern, ........

Dritter Tag auf La Digue: Genug gelaufen dachten wir uns, und mieteten das Verkehrsmittel Nr. 1. Das Chateau hat eigene Fahrräder. Kein Problem also. Wir fuhren zuerst am Hafen vorbei. Dort gibt es ca. 5 oder 6 Läden zum Bummeln. Dann an der Westküste entlang nach Norden.  Es macht ungeheuer Spaß, so durch die Gegend zu radeln und die ganzen Eindrücke in sich aufzunehmen. Im Norden dann quer rüber, und an der Ostküste entlang wieder runter. Es gibt nur einen Weg, man kann also nichts falsch machen. Die Ostküste selber ist einsam, aber besitzt auch keine Highlights muss man ehrlicherweise sagen. Der Weg hört nach der Hälfte der Strecke auf, so dass man den Gleichen auch wieder zurück nehmen muss. Im Norden und Nordwesten gibt es einige schöne Stellen zum Schnorcheln. Zum Sonnenuntergang fuhren wir an der Anse Source D´Argent vorbei. Ein tolles Schauspiel, wie sich die Granitfelsen rot färben. Der richtige Platz für Verliebte zu Träumen.

Abends erwartete uns ein weiterer Höhepunkt. Immer im August findet auf La Digue ein Musikfestival statt. Also nach dem Abendessen nichts wie vor an den Hafen. Übrigens im Stockdunkeln, da wir keine Taschenlampen dabei hatten. Hier merkt man mal wieder, dass die Seychellen eines der sichersten Reiseländer der Welt sind. Wohl auch ein Grund dafür, weshalb wir uns dort so wohl gefühlt haben.

Das Festival selber ist einfach toll. Viele Essens- und Verkaufsstände und Musik von verschiedenen Gruppen die ganze Nacht hindurch. Tanzvorführungen und ausgelassene,  friedliche, natürliche Menschen. Eine unvergessliche Nacht.

Nachdem wir gut ausgeschlafen hatten, fuhren wir am nächsten Tag mit unseren Fahrrädern nochmals zur Grande Anse, stellten Sie dort ab, und liefen zur Anse Cocos. Auch uns hatte es dort nämlich so gut gefallen, dass wir unbedingt noch ein zweites Mal hin wollten. Den ganzen Tag alleine :-))

Nachmittags noch bisschen rumkurven. So langsam kennt man sich ja aus..

Fünfter Tag: Mit zwei Pärchen, welche wir im Laufe der Zeit kennen gelernt hatten, starteten wir eine Bootstour. Erstes Ziel: Les Soeurs. Zwei kleine Inseln nördlich von La Digue. Dort schnorchelten wir und erkundeten die einsame Palmeninsel. In der Zwischenzeit grillte unser Guide leckeren frischen Fisch mit einer Magic Sousse, zubereitet auf einem improvisierten Grill mit Kokosnussschalenfeuer. Ein Gedicht. Auch hier typisch Seychellen. Alles was man mitbringt, nimmt man auch wieder mit, um die Natur unverändert zurückzulassen.

Wir fuhren dann nach Cocos Island. Paar Granitfelsen, Palmen, eine weißer Sandstrand, ca. 20 Meter im Durchmesser. Leider hatte es sehr hohen Wellengang, so mussten wir den letzten Teil schwimmend zurücklegen, da das Boot nicht näher ran konnte. Die Belohnung war fantastisch. Rund um die Insel Korallen in ein bis zwei Meter Tiefe. Leider auch teilweise gebleicht. Es hatte so viel Fische, dass einem fast schon unheimlich zumute wurde. Auch viele verschiedene Arten, Schildkröten inklusive. Wir würden ja sagen: dort muss man auf jeden Fall hin., aber leider ist es nach unseren Infos in der Zwischenzeit fast unerschwinglich, da die Insel jetzt in Privatbesitz ist, und der Besitzer sich den Spaß mit einer Gebühr teuer bezahlen lässt.

Zu Fuß ging´s in den sechsten Tag. Direkt neben dem Chateau führt ein Weg zum höchsten Berg der Insel. Bei schönem Wetter sehr empfehlenswert (sonst sinnlos). Man hat einen tollen Blick hinüber nach Praslin und auf die nahen Nachbarinseln. Die Küste strahlt in schönstem Türkisblau rund um La Digue und man sieht auch sehr gut, wie sich die Wellen im vorgelagerten Riff brechen. Auf halber Höhe am Berg gibt es ein idyllisches kleines Restaurant. Ein Zwischenstopp mit frisch gepresstem Saft aus verschiedenen Früchten ist hier wärmstens zu empfehlen.

Leider dann den ganzen Tag voll Regen ..........

Sonntag morgens kamen wir rein zufällig an der Kirche vorbei. Der überwiegende Teil der Seychellois sind Christen. Die Sonntagskirche ist trotzdem mit unserer nicht zu vergleichen. Ein Großteil spielt sich im Freien vor der Kirche ab, zwar mit feierlichem Gesicht, aber recht beschwingt. Dann marschiert man mit kompletter Musikkappelle in die Kirche. Aber nur, um nach allerhöchstens 5 Minuten Ansprache wieder raus zukommen und den Rest des Tages zu genießen. Nicht unsymphatisch, oder ?

 Den Rest des Tages verbrachten wir voll an der Anse Source D´Argent, um den Traumstrand für immer in unserer Erinnerung zu haben. Man muss übrigens jedes mal wieder neu Eintritt bezahlen, da man auf dem Weg dorthin ja durch die Kokosnussplantage geht. Früher reichte es aus, einmal zu bezahlen und die nächsten Male einfach die Quittung zu zeigen. Jetzt wird wohl tatsächlich immer wieder Eintritt verlangt. Man kann natürlich auch einfach kurz vorm Häuschen ans Meer vor abbiegen und dort durchs maximal kniehohe Wasser waten, die Plantage links liegen lassen und dann sind auch alle zufrieden :-))

Im Chateau gibt es eine kleine Bar, in der man noch was trinken kann. An diesem Abend war dort noch was Besonderes geboten. Drei lustige Rastas machten echt coolen, tanzbaren Sound. Dazu noch ein paar Seybrew-Biere und Drinks und schon ist man locker genug, um endlich den richtigen Rhythmus für den Sega zu haben. Mit ein paar Tipps dazu geht´s fast wie von selber. Wir tanzten bis spät in die Nacht. Ein schönes Abschiedserlebnis...........

Am achten Tag hieß es Abschied nehmen. Wir ließen uns Morgens mit dem Ochsenkarren abholen und an den Hafen bringen. In ca. 45 Minuten segelt man von dort wieder nach Praslin.

La Digue ist eine echte Trauminsel, die für immer in unserer Erinnerung bleibt....

Was würden wir anders machen:  

  • nicht mehr mit dem Ochsenkarren fahren: Abzocke
  •  sonst waren wir wunschlos glücklich, selten so entspannt gewesen

 

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