Süd-Vietnam

      Reiseerinnerungen aus dem Jahre 1991   

 

   

 

Reisebericht VietnamKurze Zeit nach dem die Grenzen Vietnams für Traveller geöffnet wurden, beschloß ich, dieses Land zu besuchen.

Reiseführer über Vietnam gab es noch nicht und Infos waren spärlich. Da kein Direktflug möglich war reiste ich über Thailand.

Von Bangkok aus, wo ich mir ein Visum für Vietnam über ein Reisebüro besorgte, flog ich mit der Air France, in die Hauptstadt des Südens.

Saigon ( Ho Chi Minh City )

Als ich das Flugzeug verließ und das Rollfeld zum Flughafengebäude zu Fuß überquerte lief es mir, trotz der Hitze, kalt den Rücken herunter. In meinen Gedanken sah ich die kleinen Wagen mit den schwarzen Leichensäcken der gefallenen amerikanischen GI `s an mir vorbei, über das Rollfeld zu den Flugzeugen fahren, mit denen sie ihren letzten Heimflug antraten.

Diese Szenen hatte ich in meiner Jugendzeit in unseren TV-Nachrichten über den Vietnamkrieg des öfteren gesehen.

Das erledigen der Paß- und Zollformalitäten brauchte seine Zeit. Ich mußte sämtliche Währungen, Fotoausrüstung, Filme, Walkmen, Musikkassetten, Bücher und andere Lektüre genauestens schriftlich deklarieren, was genau überprüft wurde.( sprich, total gefilzt ) Außerdem  mußten etliche Formulare ausgefüllt werden. Reisegrund, Reiseziele usw. und zwischendurch immer wieder warten, warten.

In den 2 bis 3 Stunden der Prozedur lernte ich einen der Mitreisenden kennen, Vitaya Pichitchai ( Robert ), einen gebürtigen Burmesen. Heute ein guter Freund. Er ist Manager im Umbrella Making Centre in Bor Sarng außerhalb von Chiang Mai Thailand. Ich habe ihn, seine Frau und seine zwei Söhne schon oft  in Chiang Mai besucht und Robert war auch schon hier in Deutschland.

Als wir endlich das Flughafengebäude verlassen konnten, erwartete uns draußen ein wahres Gewusel an Leuten.

Taxifahrer, Rikschafahrer, Bettler, Schlepper, Neugierige jeder wollte irgend was von uns. Robert sollte abgeholt werden fand aber seine Kontaktperson nicht und so beschlossen wir uns ein Hotel zu suchen. Aus den zahlreichen Angeboten der Schlepper suchten wir uns eine optisch ansprechende Unterkunft aus und fuhren mit einem klapprigen Taxi samt Schlepper über löchrige Straßen in das Zentrum von Saigon.

Wir erreichten das Vien Dong Hotel. Es war recht nett und gemütlich ,das Personal sehr freundlich. In einem kühlen Innenhof mit Café, genossen Robert und ich erst einmal ein Tigerbier und machten uns näher bekannt. Mein Zimmer mit Bad ( 15 US $ p.N. ) erinnerte mich an den Vietnam-Film Apocalypse Now mit seinem riesigen Ventilator an der Zimmerdecke.

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