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Süd-VietnamReiseerinnerungen aus dem Jahre 1991 Teil 2 |
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Mir ist bis heute in Erinnerung, wie zwei kleine bettelnde Kinder, nachdem wir fertig gegessen hatten, fragten ob sie die Reste unserer Nudelsuppen haben könnten. Wir spendierten den Knirpsen jedem eine volle Portion. Die strahlenden Augen, werde ich nie vergessen. Auf dem Heimweg sahen wir, wie etliche Leute die sich ihr Nachtquartier auf den Straßen herrichteten. Es herrschte zum Teil ein echt großes Elend. Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Caravell Hotel, dort wollte Robert seinen vietnamesischen Kontaktmann namens Khai treffen. Er "schleppte" mich einfach mit und so lernte ich ein paar asiatische Geschäftsleute aus Hongkong / Singapore und jenen Khai kennen. Es ging um den Teakholz- und den Lackwarenhandel. Sie luden mich zum Mittagessen ein und danach gehörte ich irgendwie zu der Gruppe. An dieses Essen erinnere ich mich noch sehr gut. Es gab unter Anderem eine Spezialität " Black Chicken Soup" . Sie besteht aus einem kleinen schwarzen Küken, daß einige Tage vor dem Schlüpfen aus dem Ei genommen und gekocht wird. Eines dieser Küken fand ich unter Brühe und Gemüse auf dem Boden meiner Suppentasse mit Schnabel, Krallen und allem Drum und Dran. War nicht ganz so mein Fall. Am Nachmittag fuhren wir zur Vinh Nghiem Pagode und besichtigten das imposante Gebäude. Von dort ging es weiter zur Lackwaren-Fabrik Lam Son. Es war interessant zu sehen wie wunderschöne Schalen, Vasen, Bilder, Möbel, ja selbst ganze Wandverkleidungen in mühevoller und aufwendiger Arbeit hergestellt wurden. Auf dem Rückweg kamen wir an der ehemaligen US-Botschaft vorbei und bei mir wurden Bilder wach, wie die letzten Amerikaner im März 1975 fluchtartig das Land verließen. Die 10-jährigen amerikanischen " Bemühungen " den Kommunismus in Südvietnam zu verhindern, endeten im Fiasko. Mit " unserem " Betreuer Khai erledigten wir später auch die Anmeldung bei der örtlichen Polizei, was Pflicht war, innerhalb von 24 Std. nach der Einreise. Am Abend machten wir einen Abstecher zum malerischen Chinesenviertel Cho Lon. Am nächsten Tag ging es zu Fuß und per Cyclo ( Fahrradrikscha ) auf Sightseeing-Tour. Vorbei am Ben Thanh Markt mit seinen Markthallen aus der französischen Kolonialzeit, weiter zum Hotel de Vill, dem Rathaus. Davor steht ein sehr schönes Denkmal von Ho Chi Minh. Es folgten die Kathedrale Notre Dame, das öffentliche Theater Nha Hat Thanh Pho, das kleine Revolutionsmuseum, das Continental Hotel und der ehemalige Gouverneurspalast. Abends trafen wir uns unten am Saigon-River mit Khai zum Essen und besuchten eines der zahlreichen Restaurants mit ausgezeichneter französischer Küche. Für uns drei, zahlte ich für ein komplettes Menü inklusive Getränke grade mal 180000 Dong. |
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