Kakadu Nationalpark, Australien

      Reisebericht

 

 

   

Reisebericht AustralienWir haben unser Zelt im Kakadu-Nationalpark aufgeschlagen, ein sich über 20.000 Quadratkilometer erstreckender Nationalpark, der als erste australische Region auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt wurde. Kakadu ist die Heimat vieler Aborigines. Frühmorgens, bevor die sengende Mittagshitze den Park erreicht, fahren wir nach Ubirr, wo Felsmalereien Szenen aus der Geschichte und dem alltäglichen Leben der Ureinwohner dieser Region, der Bininj/Munguy, festhalten. Die älteste Zeichnung ist über 20.000 Jahre alt, die jüngste stammt aus dem Jahr 1968, und die Natur dient als Leinwand. Wir sehen Namarrgon, den "lightning man", der es blitzen und donnern lassen kann, zahlreiche Abbildungen von Tieren, die für Jagdglück stehen, und später den "weißen Mann", der stets die Hände in den Taschen und übergroße Boots an den Füssen hat.

Bei Ankunft der Europäer lebten etwa 300.000 Aborigines in Australien. Sie bildeten ca. 500 Völker mit über 200 eigenständigen Sprachen, die untereinander so unterschiedlich waren wie deutsch und chinesisch. Noch heute werden ca. 100 dieser Sprachen gesprochen.

Im Kakadu Nationalpark ist die Traumzeit, zu der die australischen Ureinwohner entlang gedachter labyrinthischer Wege, der Traumpfade, durch das Land zogen und singend die Welt erschlossen, noch lebendig. Die Aborigines begreifen die Natur als Ahne der Menschen. Jede Tierart, ein Busch oder auch nur ein Felsen ist ein Vorfahre, der eine Geschichte erzählt. Die Bewahrung der Natur gehört zur unmittelbaren Identität eines Aborigines.

Im Verlauf unserer Australienreise werden wir immer wieder damit konfrontiert werden, dass diese Sichtweise in krassem Gegensatz zur Lebensart einer modernen, europäisch geprägten Siedlergesellschaft steht und sich damit auch nicht vereinbaren lässt. Die Aborigines sind in ihrem eigenen Land zu Fremden geworden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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