Montenegro

      Reisebericht

 

   

 

Budva Montenegro ReiseberichtTouristisches Zentrum ist die Stadt Budva mit einer nach dem Erdbeben im Jahre 1979 fast vollständig zerstörten und mit außerordentlicher Sorgfalt restaurierten historischen Altstadt. Die wechselvolle Geschichte dieser Region wird durch die mehr als 2500 Jahre alte Stadt, eine der ältesten Siedlungen an der Adria, eindrucksvoll repräsentiert. Von Phöniziern gegründet, herrschten hier zunächst Griechen und noch 168 vor Christus die Römer. Nach dem Zerfall dieses Imperiums übernahmen die Byzantiner die Macht. Es siedelten sich Stämme der Slawen und Anwaren an. Im Jahre 841 zerstörten die mit einer Flotte erschienenen arabischen Saraszenen die Stadt. Nach der 1183 erfolgten Übernahme in den Machtbereich der serbischen Nemanjiden wurde die Stadt autonom. Von 1442 bis 1797 hatten die Venezianer die Stadt okkupiert. Danach war der Ort abwechselnd von Österreichern, Russen sowie Franzosen besetzt und gehörte von 1814 bis 1918 zur österreichisch-ungarischen Donaumonarchie. Auch Piraten hatten hier oft einen Schlupfwinkel.

Als 1979 die Erde bebte, wurden von 180 Häusern in und um die Altstadt 160 zerstört. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Die mauerumgebene Altstadt mit einer Ausdehnung von ca. 200 x 250 Metern ist ein Kleinod mit vollständig restaurierten Gebäuden, mit engen Gassen, zwei Kirchen, vielen kleinen Gaststätten und Geschäften, die im Angebot das nahe Italien nicht verleugnen können. So findet man neben Pizzerias kleine Eiskaffees aber auch moderne Bars und vor allem die in den Boutiquen angebotenen Textilien und Schuhe lassen besonders Frauenherzen höher schlagen. Allerdings wiederspiegeln die Konfektionsgrößen der angebotenen Textilien auch den Durchschnitt der dortigen weiblichen, vor allem der jugendlichen schlanken Bevölkerung. Damenbekleidung über Konfektionsgröße 42 muss man demzufolge schon suchen. Ein Bummel durch die engen Gassen, in denen man manchmal mit ausgestreckten Armen die beiden gegenüberliegenden Hausmauern berühren kann, ist schon ein Erlebnis. Mit Blick auf die nur etwas über 100 km entfernte, in Kroatien befindliche und zum Weltkulturerbe gehörende Stadt Dubrovnik, kann man Budva auch durchaus als "Klein-Dubrovnik" bezeichnen.

Montenegros Territorium besteht zu 98 % aus Bergen, von denen der höchste 2.522 m erreicht. Mit 240 Sonnentagen im Jahr ist diese Region von "Klärchen" zweifellos begünstigt und die Badesaison dauert deshalb auch 180 Tage. Warmes, mediterranes Klima mit 27,4 Grad sommerlicher Durchschnittstemperatur der Luft laden zum Bad an einem der vielen Strände, die zusammen eine Länge von 73 km ergeben. Dabei gibt es dicht bewaldete, direkt bis an den Strand reichende felsige Strände, von Karstgestein dominierte steinige Ufer ebenso wie grob- und feinkörnige Kiesstrände unterschiedlicher Länge und Breite, die in Urlaubszentren bewacht und bewirtschaftet sind. Eine Liege kostet je nach Strand von 0,50 bis 2 Euro, ein Sonnenschirm 1 Euro pro Tag. Das klare Wasser der Adria war schon Anfang Juli 26 Grad warm und kann im Laufe des Sommers 27 Grad erreichen. Der mit 3,5 " 3,8 % schon als kräftig zu bezeichnende Salzgehalt bietet den Schwimmern Auftrieb, was das Baden für Alt und Jung zum Vergnügen werden lässt. Süßwasserduschen sind nicht überall vorhanden, aber das trockene Salz auf der Haut schadet nicht.

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