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Chuquicamata, ChileReisebericht
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Chuquicamata ist eine immense Dreckschleuder. Die Luft ist voller Staub, beim Reinigen des Rohrkupfers werden u.a. Schwefelsäure und Arsen freigesetzt. Nicht von ungefähr steht auf dem 22 km langen Werksgelände auch ein Krankenhaus, das zu den modernsten Südamerikas zählt. Die Arbeiter gehören zu den bestbezahlten in Chile, Werkswohnungen gibt es gratis, für die leitenden Angestellten winken jährliche Ferienfreiflüge und Stipendien für die Kinder. Nur will niemand mehr hier leben, die Wohnungen auf dem Gelände sind leer und bereits vom Verfallsprozess erfasst. Man zieht wenigstens einige Kilometer weg, in immer noch verseuchte Luft, aber aus dem direkten Blickfeld des Ortes, der bald eine reine Industrieanlage sein wird. Wer irgend kann, will sein Arbeitsleben nicht hier verbringen. Viele müssen. Und wir? Wir setzen uns feuerrote Helme auf, posieren fürs Erinnerungsphoto neben dem Bagger, dessen Räder uns weit überragen und sehen in dem gigantischen Loch von oben wie Spielzeug wirkende riesige Laster die staubigen gewundenen Straßen hinauf- und hinunterkriechen. Und wissen einmal mehr zu schätzen, was es bedeutet, ein ganzes Jahr zu haben, über das wir allein verfügen konnten.
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