Mont St. Michel

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Reisebericht Mont St. Michel

Früh am Morgen gehts mit viel Power auf den Weg. Schon von weitem bietet die Silhouette des legendären Mont-St-Michel einen phantastischen Anblick. Mit jedem Kilometer, den wir näher kommen, werden die Konturen klarer. Akropolis der Nebelschwaden hat Thierry Maulnier dieses gewaltige Sakralbauwerk genannt, als Pyramide des Meeres titulierte es Victor Hugo. Das Meer in der Bucht von St. Michel sei so schnell wie ein galoppierendes Pferd, sagt man, denn hier gibt es die höchsten Gezeitenunterschiede Europas. Bis zu 14 Kilometer zieht sich das Meer bei Ebbe zurück, bei Flut braust es mit bis zu 15 km in der Stunde wieder heran und umtost den vorher im Watt gelegenen Klosterfelsen. Der starken Ausstrahlung des Mont St Michel konnten sich die Pilgerscharen im Mittelalter ebensowenig entziehen, wie heute die anrollenden Besucherströme.

Reisebericht Normandie Mont St. MichelIm Gedrängel der Touristen steuern wir durch das schmale Tor der riesigen Befestigungsanlage. Im dichten Treiben der Grande Rue beginnt das vielfältige Innenleben des Klosterberges, wie es sich heute darstellt. Unser Vorteil: Es regnet in Strömen und die Besucherzahlen sind nicht sehr hoch. Die malerischen Sträßchen ist sehr eng, außerdem steil und von alten Mauern und historischen Häusern gesäumt.

Bunt aneinandergereiht Lokale, Souvenirläden und Geschäfte. Etliche Touristen draußen und drinnen. Viele Sprachen schwirren durch die Luft. Es ist heute leicht für uns, bis zum Ende der Straße zu kommen und dann die Treppe hinauf um das Kloster zu erreichen. Wie um alles in der Welt haben es die Baumeister im 11. Jahrhundert geschafft, dieses gigantische, nach oben strebende Bauwerk auf einem kreisrunden Felsen im Meer mit 800 Meter Umfang zu bauen, förmlich aufzutürmen. Das System ist ganz einfach. Es wurde eben ein Gebäude auf das andere gesetzt. So wurden für das Fundament der Kirche die Felsen mit mehreren Krypten umbaut. Auch der sehenswerte Kreuzgang im Kloster verbirgt eine Reihe von Vorbauten unter sich.

Reisebericht Mont St. MichelDer Weg nach oben zum Kloster ist steil. Immerhin misst der Berg des Glaubens bis zur Spitze der goldenen funkelnden Statue des Erzengels auf der Klosterkirche stolze 150 Meter. Auf der Trasse zu Füßen der Kirche müssen wir erst einmal verschnaufen, schließen uns ermattet dem Seufzen der Meereswinde an und hören das Plätschern des ständigen Regens. Wir genießen aber trotzdem den sich auftuenden und überwältigenden Rundblick über Meer, Bucht, Strände und Ebenen, um uns für den Kletterakt zu belohnen und um nun endgültig nass zu werden.

 

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