Mont St. Michel

      Reisebericht

Teil 2

 

 

   

 

Ein ganz klein wenig zur Geschichte: Der Mont Saint-Michel ist eines der wichtigsten Denkmäler der Sakralgeschichte des abendländischen Mittelalters. Die im Jahre 708 nach einigen Wundererscheinungen dem Hl. Michael geweihte Basilika wurde vom Herzog der Normandie 966 den Benediktinern übergeben, die - aufbauend auf der Legende des Gründungsbischofs Aubert - aus der Insel einen der ersten Wallfahrsorte der christlichen Welt machten. Und die Mönche zeigten eine ans Übermenschliche grenzende Bauleistung.

Die Arbeiten währten ohne Unterbrechung vom Jahr Eintausend bis zum Beginn des sechzehnten Jahrhunderts. Der Mont Saint Michel hat sich aber auch als uneinnehmbare Festung bewährt: dem von hier aus geleisteten heroischen Widerstand gegen die Engländer während des Hundertjährigen Krieges verdankt der Ort seine Bedeutung als nationales Identitätssymbol. Die Schutzwälle um das Dorf herum und die klösterlichen Befestigungsanlagen geben noch heute Zeugnis von dieser wehrhaften Rolle.

Reisebericht NormandieWir wandeln wie einst die frommen Mönche durch den einzigartigen Kreuzgang, der zwischen Himmel und Erde zu schweben scheint. Den Kreuzgang haben sich die Architekten so vorgestellt, dass die Gewölbe auf einem diagonal verlaufenden Bogengerippe ruhen. Diese innovative Idee stand an der Wiege der gotischen Kunst und Architektur. Die neue Methode gestattete den Verzicht auf die massiven und dickleibigen romanischen Gewölbe und deren Ersatz durch schlanke, auf den Bögen ruhende Gewölbestrukturen. Angesichts der gleichmäßigen Verteilung des Gewichts auf den Pfeilern ergab sich von nun an die Möglichkeit, die Mauern mit immer großzügigeren Öffnungen zu durchbrechen.

Es regnet ununterbrochen wir verbleiben unter den Gewölben und hören den vielen Führungen in französisch, japanisch und vielen anderen Sprachen zu. Eine Führung in deutscher Sprache ist zwar möglich, wird aber gerade nicht angeboten. Wir gehen langsam wieder die steilen Treppen hinunter und gelangen an eine Kapelle, in der wir dann Zuflucht vor dem Regen erhalten. Schön, dass es regnet, ich kann mir vorstellen, wenn die Sonne scheint, müssen eine Vielzahl von Besuchern die engen Gassen bevölkern. So hat der Regen dann doch noch was.

In der kleinen Kapelle hören wir uns eine leise Orgelmusik an und genießen die Stille. Das Wetter wird aber bald wieder besser, so dass wir dann doch trockenen Fußes wieder die alten Häuser und Gassen des Kirchenberges bewundern können. Wir schauen auf den Parkplatz, Massen von Autos und Bussen sind zwischenzeitlich eingetroffen und ein starker Strom von Besuchern rollt auf uns zu. Wir möchten jetzt schnell noch einen Crepes verspeisen, da wir aber gerade aus der Bretagne kommen, ist dies nichts Neues für uns. Wir begnügen uns mit einem Stück des Nationalkuchens aus der Bretagne: le Konigin Amann (Bretonischer Butterkuchen).

Reisebericht Mont. St. MichelWir kommen gegen den Strom schwimmend doch relativ schnell aus den engen Gassen heraus und machen noch ein paar schöne Aufnahmen vom Gesamtkomplex. Die Sonne hat kurz ein Einsehen und gestattet uns doch noch gerade einige Aufnahmen bei Sonnenlicht. Der Versuch über die Meerseite noch einige schöne Eindrücke zu bekommen ist leider nicht gelungen, da wir im Schlick und Schlamm versunken sind. Den Schlamm habe ich noch "heute" an den Schuhen. Das Wetter hat leider nicht mitgespielt. Wir sind aber dennoch mit den Fotos zufrieden. Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen. Insgesamt sind wir sehr beeindruckt von diesem Bauwerk. Was uns nicht so ganz gefallen hat, dass es sehr viele Läden gab, die einfach nur "Kitsch" verkauft haben. Schade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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