Südfrankreich mit dem Wohnmobil

      Reisebericht

 

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Drome

 

Kurz und Knapp

Touristisch kaum bekannte und wirklich "links liegengelassene" Landschaft nördlich der Provence, dabei ebenso schöne landschaftliche und kulturelle Höhepunkte wie dort. Südgrenze ist ungefähr der Mont Ventoux, Nordgrenze ist die Linie Lyon-Grenoble.

Unternehmungen: Wandern, Kanu, Rafting, Radfahren, Stadtbesichtigungen

Für den Wohnmobilisten: Zahlreiche Stellplätze an Parkplätzen entlang der großen Durchgangsstraßen, ebenso im Bergland, z.B. an den Pässen, in Wandergebieten, in Wintersportorten, traumhafte Panoramen, viele Serpentinen, schwindelerregende Schluchten. In der Regel gute Straßen und Versorgungsmöglichkeiten, viele Campingplätze.

 

Schnuppertour im Drome

Reisebericht Südfrankreich DromeAuf unseren Rückreisen hatten wir schon immer von weitem diese seltsamen Tafelberge im Osten interessiert betrachtet. Nun hatten wir die Möglichkeit, das nördliche Drome und das Vercors-Gebirge kurz zu streifen und einen ungefähren Eindruck zu erhalten.

Vom Rhone-Tal aus biegt man auf die D 104 Richtung Crest und Die, immer an der mal rauschenden, dann wieder fast ausgetrockneten Drome entlang, die diesem Gebiet ihren Namen gibt.

Es war ein heißer Tag und eine anstrengende Fahrerei gewesen. Die Aussicht, noch einen Badeplatz im Fluß zu erwischen, belebte uns. Doch mit knöchelhohem Wasser in einem breiten, fast wasserlosen Flußbett wollten wir uns erst gar nicht abgeben.

Reisebericht Glandasse SüdfrankreichDie Umgebung wurde waldreicher und hügeliger, die fernen Berge rückten immer näher und damit der Aufstieg über diese tollen Serpentinen, die ich auf der Karte nördlich von Die ausgemacht hatte. Aber halt - da bremst mein Mann und fährt auf einen Parkplatz am Wegesrand. Er hatte vom Wasser umspülte dicke Felsbrocken gesichtet und sich gedacht: "Diese parkenden Wagen hier gehören doch bestimmt Wasserratten."

Und tatsächlich, ein rauschender Fluß mit annehmbarer Tiefe bot sich uns. Das Wasser hat ein tiefes Becken vor diesem Felsklotz ausgespült, so daß man von oben hineinhopsen kann, ohne auf Grund zu stoßen. Gleichzeitig dümpeln die warmen Wellen in großzügige Buchten, so daß auch kleinere Kinder sorglos plantschen können. Ein Tipp: dieser Parkplatz liegt ungefähr zwischen Pontaix und Die, ca. 4 - 5 km westlich von Die.

Bis zum Einbruch der Dämmerung erholten wir uns und ließen den Tag ausklingen. Am nächsten Morgen sahen wir ca. 1,5 km weiter einen weiteren Parkplatz, mit Marmortischen und -bänken und einer Toilette ausgestattet. Auch nicht übel. Hier frühstückten wir, bevor wir uns ins sympathische Die begaben und am Ortsrand leider sofort links Richtung Col de Rousset abbogen.

Die Windungen zum Col hinauf waren toll: bequem, gut ausgebaut, mit schönen Ausblicken auf die umliegenden Lavendelfelder, die in üppiger lila Blüte standen, und auf die ein wenig sanfteren Berge des südlichen Dromes. Kurve um Kurve näherten wir uns dem Parkplatz auf der Paßhöhe. Oben auf 1254 m der Blick auf einen typischen platten Tafelberg, dessen Kante urplötzlich steil abfällt. Daneben ein nadelspitzer Felsturm. Die Namen und Bezeichnungen des Gipfels und Plateaus kann man aus einer Informationstafel am Parkplatz entnehmen.

Ein Weg in die Höhe schräg an der langen Felswand entlang, mit einer kleinen Mauer abgesichert, reizte uns. Wir versprachen den Kindern, daß es nun wirklich die aller- allerletzte Wanderung des Urlaubs sei. So trotteten wir auf diesem ausgedienten Maultierpfad in Richtung Plateau. Einmal an den Rand treten und hinunterschauen wollten wir. Doch die Kinder hatten anderes im Sinn. Eine aus Ästen und Laub errichtete Hütte im kühlen Wald, den wir nun erreichten, war schließlich zu verschönern und auszustatten. Also Pause und dann weiter. Der Weg führte leider vom Plateau weg. Wir hatten keine Wanderkarte, um den Wegverlauf zu verfolgen, also gaben wir unseren Plan auf und machten wiederum Pause an der Baumhütte. So hat es sich wenigstens für die Kinder gelohnt. Später sahen wir noch einer Kletterschule zu und staunten, wie gut und leichtfüßig die ca.10-jährigen Kinder die glatten Felswände hinaufstiegen.

Summi rauschte nun durch den Tunnel auf der Paßhöhe und ließ sich dann ins Tal hinunterrollen. Auf der D 518 Richtung Norden suchten wir einen Mittagsmahlplatz und fanden ihn auf dem Parkplatz der Grotte de la Luire. Wir ließen die Grotte Grotte sein, spannten die Markise aus und ließen es uns gut gehen.

Dann ging es weiter Richtung La Chapelle en Vercors. Gerade und leer führte die Straße uns durch das Tal, seitlich umgeben von Wiesen und Feldern, bevor der Wald die Hügel bedeckt und den Abschluß bildet. Die Häuser und Bauernhöfe nehmen die Bauweise der alpinen Chalets und Hütten an, man wähnt sich hier fast in Österreich.

Wir rollten auf die Grand Goulets zu, können aber wegen unserer Höhe nicht hindurchfahren, sondern erhaschen nur einen Blick in die dunkle, von Fußgängern besetzte Röhre. Parkraum ist hier im Ort les Barraques kaum vorhanden, so daß wir uns die Besichtigung für den nächsten Urlaub aufsparen.

Doch es kam eine Besichtigung, mit der wir nie gerechnet hätten. Plötzlich steigen die Felswände empor und nehmen uns die Sonne. Die Straße wird enger, die Felsen rücken mehr und mehr in die Fahrbahnen hinein. Der kleine Bach wird zum wütenden Gezisch und schon sind wir in den Schluchten der Bourne. Uns ach so erfahrenen Schluchtenfahrern fiel fast das Herz in die Hose durch diese unerwartete Strecke, die es wirklich in sich hat. Gefährlich aussehende Tunnel und Vorsprünge erwarteten uns, dauernd kam ein Reisebus uns in den Kurven entgegen oder die Lichter eines Lkw blinzelten uns aus dem Tunnelinneren an. Doch es ging natürlich alles gut. Dieses war ein typisches "Weißt Du noch?"-Erlebnis, von dem man zuhause noch lange zehren kann.

Im Norden des Vercors lockten uns hübsche Orte wie St. Nazaire oder St. Jean en Royan. Letzterer hat einen hübschen, weil schattigen, städtischen Campingplatz. Es gäbe noch viele der von Walnußbäumen gesäumten Straßen zu erfahren und reizende Gegenden zu erkunden hier im nördlichen Drome. Deshalb wird es niemanden verwundern, daß wir einige Jahre später das Drome als Haupturlaubsziel auserkoren.

 

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 Copyright © 2002 Jens Freyler