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Thassos (Thasos) |
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Reisebericht Thassos liegt ganz im Norden der Ägäis, direkt gegenüber der schönen Hafenstadt Kavalla. Die noch vor 10 Jahren
reichbewaldete Insel erlitt leider das Schicksal vieler weiterer Inseln: Waldbrände wüteten und zerstörten einen Großteil
des Baumbestandes. Doch inzwischen sind etliche Sträucher nachgewachsen und verdecken die noch verbliebenen
verkohlten Baumstümpfe. Bereits seit 1984 fahren wir mindestens einmal im Jahr nach Thassos. Der Tourismus hat die Insel natürlich längst erobert, obwohl seit der Krise in Ex-Jugoslawien der Autotourismus stark zurückgegangen ist. Trotzdem gibt es sicherlich auch noch beschauliche Plätze, die einen Besuch lohnenswert machen. Bei der weiteren Beschreibung beschränke ich mich auf die Gegenden, die mir persönlich gut gefallen. Das heißt natürlich nicht, daß es nicht auch noch andere nette Fleckchen zu finden gibt. Die Hauptstadt von Thassos ist Limenas, die mir allerdings nicht sonderlich gut gefällt. Beginnen will ich deshalb mit der zweitgrößten Stadt Limenaria ganz im Süden der Insel. In der Hochsaison ist es hier vielleicht nicht allzu schön, aber außerhalb der Zeit, in der es vor Touristen hier wimmelt, hat Limenaria meiner Meinung nach einen schönen romantischen Flair. Ein kleiner Fischerhafen, in den jede Nacht die Fischer mit Ihren kleinen Booten und hellen Lampen ein- und ausfahren, eine neue Promenade, die zum Bummeln einlädt, jede Menge Tavernen, Kafeneios und Bars und typisch griechische Atmosphäre auch im hinteren Teil der Stadt. Momentan befindet sich Limenaria im Umbruch. Die alte Straße, die bisher die Tavernen von den Gästen trennte, so daß die Kellner zum Bedienen immer die Straße überqueren mußten, wird verlegt. Alle Tavernen-Besitzer sind nun fleißig damit beschäftigt, ebenfalls zu renovieren und verschönen. Man darf also gespannt sein.... Gut essen kann man eigentlich fast überall. Wir essen gerne bei Mathios und seiner Familie und, auch wenns nicht ganz stilecht ist, bei Pizza Mari, direkt am Hafen von Limenaria. Giorgos und Maria machen eine prima typisch griechische Pizza und sollte einer dort vorbeischauen, bitte bestellt unbedingt schöne Grüße von uns. Sehr sehenswert ist übrigens die oberhalb des Hafens gelegene, leider sehr zerfallene Kruppvilla und ein Stückchen weiter, die alten kruppschen Hochöfen. Hier wurde vor rund 150 Jahren noch Erz verhüttet. Zwischen den alten Ruinen wachsen inzwischen ungestört Gräser und das schöne Industriedenkmal zerfällt so vor sich hin. Schade eigentlich. Etwas 2,5 Kilometer östlich von Limenaria befindet sich Pefkari, eine kleine Bucht, die inzwischen leider touristisch voll erschlossen ist. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Besuch, zumindest um ausgiebig im Hotel Akti zu schlemmen. Das zugehörige Restaurant wird von Giorgos und Dina geführt und hat, dank sei dem Koch Stelios, ein wirklich leckeres Essen zu bieten. Über Potos, das c.a. 2 Kilometer von Pefkari entfernt ist und außer touristischem Rummel eigentlich nicht soviel zu bieten hat, gelangt man nach ungefähr 10 Kilometern in Richtung Landesinnere nach Theologos, einem Dorf, in dem die Zeit fast stehen geblieben ist. Das unter Denkmalschutz stehende Dörfchen wirkt außerhalb der Reisesaison manchmal fast wie ausgestorben und ist sehr reizvoll. Leider werden im Sommer die Touristen inzwischen mit Bussen hier hoch gekarrt, um an "typischer griechischer" Livemusik im Augoustos teilhaben zu können. Auch die Taverne von Kostas Iatrou, die früher wirklich gutes Lamm- und Ziegenfleisch zu bieten hatte, hat uns im letzten Urlaub enttäuscht. Dafür sitzt man aber auf einer Terasse hoch über den steingedeckten Dächern von Theologos und kann den Katzen beim Spielen zusehen. Weitere sehenswerte Dörfchen: Kazaviti, Panagia und vor allem Kastro. Kastro liegt im Inselinneren, hoch auf dem Berg und ist eigentlich nur mit einem Jeep zu erreichen. Die Fahrt über dicke Steine führt mitten durch Olivenhaine und abgebrannte Berghügel und endet mitten zwischen alten zerfallenen Steinhäusern, neugebauten "Wochenendhäusern" einiger Griechen und uralten Bäumen. Sehenswert sind auch die kleine Kirche und das immer offenstehende Gebeinehaus am Ende des Dorfes. Die phantastische Sicht auf die kahlen Berghügel und die absolute Stille und Einsamkeit entschädigen für die etwas holprige und mühsame Anfahrt. Da bislang noch keine organisierten Touristenströme hier hoch gelangen, kann man die Natur pur und ungestört genießen. Was gibts sonst, außer den üblichen Museen, Klostern und alten Steinen zu sehen:
Nach dem nächsten Urlaub gibt's dann an dieser Stelle vielleicht auch ein paar nette Fotos von Thassos zu sehen. |
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