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Zypern im WinterReisebericht Teil 2
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Die 14-jährige Unabhängigkeit der gesamten Insel ging 1974 zu Ende. Damals wollten die in Griechenland regierende Militärjunta Makarios stürzen. Die Türkei nahm das als Vorwand für eine Militärinvasion und hält bis heute ein Drittel der Insel besetzt. UNO-Soldaten sorgen für Ruhe an der Demarkationslinie. Bei Ausflügen wird man nachdrücklich auf die in Deutschland fast vergessenen Probleme der Teilung eines Landes und auch seiner Hauptstadt Nicosia hingewiesen. Als deutscher Besucher sieht man das durch eine noch frisch geputzte Brille, die die materiellen, kulturellen und menschlichen Nachteile der Trennung einer Nation offenbart. Deshalb ist ein Besuch in Pyla herzerfrischend. Unter dem Schutz des in einem einfachen Turm residierenden UN-Soldaten (zur Zeit Slowaken) ist hier keine Trennung der Bewohner in Griechen und Türken erfolgt. Alles geschieht gemeinsam " so wie die Zyprioten es früher kannten und das auch wieder wollen. Deshalb bringt man Gäste auch gern hierher, nur fotografieren darf man nicht. Bis zum Jahr 2004 müssen sich die griechischen und die türkischen Zyprioten einigen, sonst wird es schwierig mit dem beschlossenen gemeinsamen EG Beitritt. Da gerade Wahlkampf war, konnte man als Urlauber auch mal Glück haben und eine Veranstaltung des amtierenden Präsidenten erleben. Er fährt BMW und man kam dicht an ihn heran. Es war ein Erlebnis, die eine Messe für ihn zelebrierenden Priester zu sehen. Einige Weihwasserspritzer haben nicht geschadet, die Einladung als Ausländer am kleinen Bankett am Rande teilzunehmen war gastfreundlich. Neben einheimischen kleinen Speisen, Orangensaft und Mineralwasser konnten lokale Spirituosenspezialitäten gekostet und auf das Wohl des Wahlkämpfers angestoßen werden. Zyprioten lieben Katzen. Das war in den Souvenirshops an den vielen Katzenmotiven zu sehen. Setzt man sich aber in eine Freiluftgaststätte, sind sie live zu erleben. Freundlich, nicht aufdringlich, handzahm, aufmerksam und dankbar für ein Paar Bissen sind sie allgegenwärtig. In allerlei Farben, verschiedenen Rassen und daraus resultierenden Mischungen sind sie einfach da. Für manche von Ihnen würde man hierzulande sicher allerhand zahlen. Noch ein anderes Tier ist beliebt; der Pelikan. Ähnlich wie bei uns die Schwäne haben sie Stammplätze. Einige sind an Menschen so gewöhnt, dass sie gestreichelt werden können. Fazit: Es lohnt schon mal. Badewetter ist in dieser Zeit nicht zu erwarten, erholsam ist es aber allemal. Etliche Senioren aus England flüchten bereits traditionell aus der Heimat in diese wärmere Gegend. Für Ballsportler ist die Insel wohl in der spielarmen Jahreszeit eine beliebte Trainingsstätte. So lernten wir im Hotel russische Schiedsrichter auf Lehrgang kennen, und ungarische Fußballer einer Juniorenmannschaft wohnten auch hier. Wer ausspannen will, ist hier richtig. Wer die Wärme nicht so verträgt und vielfältige Natur erleben will auch. Wer mehr Action braucht, sollte zu einer späteren Jahreszeit kommen, er wird sicher genauso herzlich aufgenommen werden.
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