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IndienTrekkingtour von Gangotri zur Gangesquelle nach GaumukhReisebericht Teil 2 |
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Und schon geht es weiter nach Tapovan. Die Zeit drängt, da der Gletscher nach 15 Uhr nur noch unter erhöhter Gefahr überquert werden kann. Durch die Tageswärme schmilzt das Eis und bricht. Der Gletscher an sich ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich dachte über blankes Eis zu gehen. Statt dessen sieht man nur gelegentlich türkises Eis unter Gesteinsmassen hervorgucken, die als Lawinen auf den Gletscher gestürzt sind. Einen Pfad gibt es nicht. Steinmarkierungen weisen die Richtung und der Guide kennt sich bestens aus. Als wir den gefrorenen Koloss überquert haben, kommt der wirklich anstrengende Teil. Eine fast senkrechte Wand, durch die sich ein Serpentinenpfad schlängelt, muss erklommen werden. Schwitzen, Stöhnen und alle fünf Minuten Pause. Total fertig kommen wir oben an, der höhentrainierte Inder lacht sich kaputt. Und was erwartet uns? Nichts!! Eine undurchsichtige Nebelwand hat sich vor den 6864m hohen Shivling gelegt. Wir verspüren Enttäuschung und Stolz zugleich. Enttäuscht darüber, den Berg nicht zu sehen. Stolz darüber, den anstrengenden Weg auf 4500 Höhenmeter als ungeübte Läufer geschafft zu haben. Auf dem Hochplateau wohnen ein paar Sadhus, heilige Asketen des Hinduismus, auch Babas genannt. Ein Baba lädt uns in seine Höhle aus Blech und Holz zu Tee, Dal, Reis und Chapati ein. Wir unterhalten uns lange mit dem Baba und dem Guide. Der heilige Mann erzählt, dass er das ganze Jahr in Tapovan lebt. Im Herbst lässt er sich Lebensmittel und Kerosin für dem kompletten Winter von Trägern bringen, da die Schneemassen den Weg ins Tal unmöglich machen. Der Sadhu trägt nur einen Tuch um die Hüften und eine locker um die Schultern geworfene Decke. Bei Temperaturen um die 5°C eine beachtliche Tatsache. Ich verspreche ihm, meine Handschuhe und meinen Schal bei meiner Abreise dem Guide zu geben. Trotz aller Härte scheint sich der Asket zu freuen. Wir reden uns fest und vergessen die Zeit. Um halb vier brechen wir eilig auf. Eine dichte Nebelschicht liegt nun auch über dem Gletscher. Ohne Pause hasten wir den Abhang herunter und über den Gletscher. Nicht weit von uns hören wir brechendes Eis mit lautem Getose in Spalten stürzen, was bei dem trostlosen Wetter doppelt bedrohlich klingt. Als wir Gaumukh erreichen, machen wir Rast in der Höhle eines anderen Babas. In seine Behausung brennt ein heiliges Feuer, was wir nicht berühren dürfen und das schrecklich qualmt. Auch dieser Sadhu ist fast nackt und er hat superverfilzte Rastalocken, die er zu einem Kranz um seinen Kopf geschlungen hat. Wieder gibt es Tee und der Baba raucht sich ein Chillum, eine rohrartige Haschpfeife. In Bhojbasa geht es Basti glücklicherweise besser. Wir erzählen unsere Erlebnisse, essen noch eine Thali und fallen hundemüde auf unsere Pritschen. Am nächsten Morgen, Shiva sei Dank, ist der Himmel blau und die Sicht ist klar. Ein fantastischer Morgenausblick. Der Shivling und mehrere andere schneebedeckte Berge ragen stolz in den Himmel. Wir sind glücklich, denn dafür sind wir hergekommen. Basti und ich machen uns auf den Weg nach Gaumukh, um den Gletscher bei schönem Wetter zu sehen. Mit einem Hochgefühl in der Brust genießen wir bei einem Glas Tee den berauschenden Anblick. Zurück in Bhojbasa packen wir unsere Rucksäcke und treten mit Shaket den Rückmarsch nach Tapovan an. Dieses mal ist der Weg nicht so anstrengend. Bei dieser Naturkulisse fällt alles leichter. Eine Art natürliches "high" sein. Eine dicke reiche Frau kommt uns entgegen, die von vier schwitzenden Trägern auf einem Sitzgestell getragen wird. Pilgerfahrt Deluxe" Im malerischen Gangotri suchen wir uns ein Hotel mit Blick auf Ganges und Ganga " Tempel. Unter den Blasen an den Füßen pocht es unangenehm. Einen Tag lang lassen wir die Seele baumeln, genießen die Himalaya- Idylle und erholen uns. Am Tag darauf geht es mit dem Bus 12 Stunden zurück nach Rishikesh.
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