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Unausgeschlafen
quäle ich mich aus dem Bett. Zu allem Überfluss bin
ich auch noch erkältet. Und dabei hatte ich mich so auf
Bali gefreut. Hier war ich vor dreizehn Jahren schon einmal,
von hier aus habe ich damals den Zauber der indonesischen Kultur,
der Menschen, der Landschaft und der Strände entdeckt.
Hierher wollte ich immer zurückkommen, eine "Weltreise"
ohne auf der Insel der Götter Station zu machen stand für
mich nie zur Diskussion. Von Mitternacht bis drei Uhr
früh sind wir durch die Nacht gelaufen auf der Suche nach
einer Bleibe, in der uns keine Tag und Nacht vorbeiknatternden
Motorräder und laute Discomusik am Schlafen hindern. Wir
hoffen immer noch, die ruhige strandnahe Bungalow-Anlage, in
der wir damals einen so schönen Urlaub verbracht haben,
zu finden. Wir werden es in den nächsten Tagen noch mehrmals
versuchen, obwohl wir wissen, dass unsere Suche vergeblich ist.
Natürlich wusste ich, dass auch in Bali die Zeit nicht
stillsteht. Aber dieses Wissen hatte keine Chance gegen die
Bilder von meiner Trauminsel, die ich mir über all die
Jahre bewahrt habe. Jetzt haben die Bilder keine Chance gegen
die Wirklichkeit.
Viel später, nachdem wir einen Großteil der kleinen
Insel umrundet und alte sowie neue Orte abseits des Touristenrummels
besucht haben, werde ich mich mit dem neuen Bali aussöhnen
und Teile des alten wiederentdecken. Man sollte als "unbeschriebenes
Buch" auf die Reise gehen, hat mir ein welterfahrener Mann in
Malaysia einmal empfohlen. Ganz will mir das hier nicht gelingen,
aber wenigstens kann ich meinem Bali-Buch ein paar neue Seiten
anfügen.
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