Candi Dasa, Bali

      Reisebericht

 

 

   

Reisebericht BaliHeute gehen wir getrennte Wege. Ralf und Jan brechen auf zum Besakih Tempel, dem größten Hindutempel auf Bali. Ich nutze den Tag zu einem ausgedehnten Spaziergang.

Ralf und Jan kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück, staubig, hungrig und voller Eindrücke: Ein paar Dörfer weiter stießen sie auf eine Prozession festlich gekleideter Menschen. Es war die Beerdigung eines 21jährigen Mannes, der mit seinem Motorrad verunglückt ist. Schwarzgekleidete junge Männer trugen ein Bambusgestell, auf dem der Sarg ruhte. An einer Straßengabelung  drehten sich die Sargträger auf Zurufe dreimal um die eigene Achse und stemmten das Gestell mehrfach um Armlänge in die Höhe. Der Zug erreichte eine Stätte am Rande des Dorfes, wo bereits viele Menschen versammelt waren. Opfergaben waren aufgetürmt, an anderen Stellen brannten Feuer. Die Träger stellten ihre Last auf einem Holzgestell ab, der Sarg wurde geöffnet, Bambusmatten und weisse Tücher, in die der Leichnam des jungen Motorradfahrers eingewickelt war, feierlich entfernt. Opfergaben wurden über dem Körper verstreut, aus Tontöpfen, die anschließend zerbrochen wurden, eine Flüssigkeit über ihn gegossen. Unablässig spielte ein Gamelanorchester, die Stimmung war völlig verschieden von christlichen Begräbnissen, viele Besucher machten ein fröhliches Gesicht, lachten und bewegten sich zwanglos auf dem Gelände. Eine ältere Frau, vielleicht die Mutter, weinte. Niemand nahm Anstoß an der Teilnahme der Fremden. Schließlich wurde der Sarg mit Benzin überschüttet und das ganze Gerüst in Brand gesteckt.

Für den gläubigen Hindu sind alle Lebewesen einer endlosen Folge von Wiedergeburten unterworfen. Dieses sich ewig drehende Rad des Gesetzes wird durch Brahma, den Schöpfer, Vishnu, den Erhalter und Shiva, den Verwandler oder Zerstörer, hervorgerufen. Gute Taten werden belohnt, schlechte bestraft, Glück und Unglück sind selber verschuldet oder verdient, niemand kann diesem Karma entgehen. Ob der Glaube an Reinkarnation die Menschen den Tod leichter nehmen lässt?

Nach der beeindruckenden Zeremonie fuhren Ralf und Jan doch noch zum Tempel, ein bisschen langsamer, schließlich waren sie auch mit dem Motorrad unterwegs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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