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BaliReisebericht
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Eigentlich hatte ich vor, um Kuta einen großen Bogen zu machen, denn ich halte mich nicht gerne in Orten des Massentourismus auf. Es kam jedoch so, dass ich abends in Denpasar ankam und es zu spät gewesen wäre, nach Ubud zu fahren, so dass ich doch in Kuta Station machte. Ich gönnte mir ein schönes Hotel für DM 30,- die Nacht und schlenderte den langen Sandstrand entlang. Ich entdeckte ein paar tolle Kleiderstände und kaufte groß ein, um die Klamotten später in Brasilien zu verkaufen, wo ich derzeit wohnte. Es waren die typischen Bali-Batik-Drucke, die mich anzogen. Sie hatten wunderschöne Farben und waren zudem sehr billig. Man konnte sich auch etwas nähen lassen, wenn man wollte. Ich fuhr dann weiter mit dem Bus nach Ubud. Ubud ist eine alte Königsstadt und heute das Kultur- und Kunstzentrum Balis geworden, weil sich hier viele Künstler angesiedelt haben. Ich zog in eine nette günstige Pension, bis ich zwei Tage später eine Engländerin kennenlernte, die in einem Bungalow am Rande der Ricepaddies wohnte. Der Bungalow neben ihr wäre frei. Ich fragte, ob ich einziehen könne und es war gar kein Problem, so dass ich zu ihr zog. Wir waren nur zu zweit in diesen beiden Bambusbungalows und trafen uns immer draußen auf unserer Terrasse, die den Blick auf die Reisfelder freigab.
Ich hatte eigentlich bis dahin nie an Geister geglaubt, aber als ich abends alleine vor den Reispaddies saß, konnte ich ihre Anwesenheit direkt spüren. Dadurch entstand mein Glaube, dass alles, an was die Menschen glauben auch tatsächlich um sie ist. Die Menschen kreiieren somit ihre Umgebung. Tagsüber lieh ich mir ein Fahrrad und fuhr raus aus der Stadt. Ein saftiges Grün erwartete mich und herrliche Rundblicke durch Palmen, die die Strasse säumten, auf unendlich viele Reisfelder. Nur ganz selten traf ich einen Menschen. Oder ich mietete mir ein Motorrad und fuhr die ganzen Dörfer ab, die geballt eine Art von Kunsthandwerk anboten. Mir hatten es vor allem die Holzschnitzer angetan, die hier die buntesten Palmen, Figuren, Spiegel und fliegende Drachen feilboten. Das waren willkommene Geschenke für die nächsten Jahre! In Bali - auf der Insel der Götter, wie sie die Balinesen nennen - gibt es, soweit ich mich erinnere, mehr Tempel als Einwohner. Vor jedem Haus steht ein kleiner Tempel auf einem Pfahl und dann gibt es noch die großen hinduistischen Tempel, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Bali ist die einzige hinduistische Insel in Indonesien, das ansonsten vorwiegend moslemisch ist.
Nach ein paar Tagen zog es mich erst ins Landesinnere zum Vulkan Mount Augun und zum Bratan See und dann in den Norden und Süden zum Strand. Zum Teil konnte man schön Schnorcheln und ich fand mit ein paar deutschen Frauen, die ich kennengelernt hatte, sogar eine nette, fast einsame Bucht. Aber so phantastisch schön die Eindrücke auch waren, ich als Alleinreisende hatte dort eine nicht ganz einfache Zeit. Bali ist nämlich eine Honeymoon-Insel und im Gegensatz zu vielen anderen Orten in Südostasien finden sich hier wesentlich weniger alleinreisende Traveller. Diese ziehen meist gleich weiter nach Lombok, um von dort noch weitere Inseln zu bereisen. So habe ich mich manche Tage alleine gefühlt, was mir sonst fast nie passiert ist. Ich jedenfalls würde das nächste Mal in Begleitung nach Bali reisen.
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