|
Yogyakarta, JavaReisebericht
|
|
||||||||||||
|
Wir besuchen die Stadt fast 100 Jahre später. Elefanten und Tiger gibt es nicht mehr, den prunkvollen Palast schon. Auf dem Weg dorthin schließt sich uns ein „Guide” an. Oft stört es uns, wenn wir ungefragt begleitet werden, heute unterhalten wir uns gerne mit dem Mann. Derzeit ist er arbeitslos, hat aber eine Stelle in einem Restaurant in Aussicht. Beim letzten Job hat er täglich 9.000 Rupien (ca. 2,50 DM) verdient, spätestens seit die drei Kinder zur Schule gehen viel zu wenig. Die Familie lebt von Reis und selbst angebautem Gemüse, zweimal täglich wird eine Portion davon zubereitet. Die Kluft zwischen solchen Lebensverhältnissen, die längst noch nicht zu den elendsten hier gehören, und dem Palastareal sticht ins Auge. Dennoch ist der Sultan ein angesehener und beliebter Mann. Er hat die Entmachtung durch die Kolonialherren ebenso überlebt wie die wechselvolle Geschichte des unabhängigen Indonesien. Er steht für die Verbindung zwischen der alten hindu-javanischen Kultur, die prägend für das Leben jedes Einzelnen ist, und einer zeitgemäßen Entwicklung. Vor der letzten Wahl waren große Hoffnungen auf den Sultan gerichtet. Hoffnung auf Vermittlung zwischen den vielfältigen Interessen und Bewältigung wenigstens der existenziellsten sozialen Probleme. Hoffnung, die sich vorerst zerschlagen hat.
|
|
||||||||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Copyright © 2002 andere-laender.de