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Mt. Merapi, JavaReisebericht
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Am Beginn aller Zeiten nahm der Sultan von Yogyakarta die Königin des Meeres zur Frau. Sie schenkte ihrem Gemahl das „Ei des Universums” und versprach, nach dessen Genuss werde er niemals mehr hungrig sein. Der vorsichtige Sultan bestimmte seinen Gärtner zum Vorkoster. Dieser aß das Ei, wuchs und wuchs und war bald so groß, dass er weder in sein Haus noch in den Sultanspalast passte. Der dankbare Sultan machte den Gärtner zu seinem Leibwächter und wies ihm einen neuen, zur Größe passenden Platz zu – den Merapi. Bis heute bringen die Bewohner des Sultanats zum Geburtstag des Sultans der Königin des Meeres und dem Merapi Opfergaben dar. Seit dem letzten schweren Ausbruch des Vulkans 1994, der mindestens 69 Menschenleben forderte, ist die Besteigung des Gipfels offiziell verboten. Die Menschen, die hier leben und sich auch nicht umsiedeln lassen wollen, glauben, dass sie einen erneuten Ausbruch spüren werden. Indonesische staatliche Stellen allerdings vertrauen nicht allein auf die Intuition. Die schlafenden Riesen werden mit seismographischen Instrumenten und modernster Technik kontrolliert. In Kaliurang am Fusse des Merapi herrscht seit ein paar Wochen Alarmstufe 2, erhöhte Vorsicht. Auch unser Guide hält ständigen Funkkontakt zu den Überwachungsstationen. Auf dem Rückweg begegnen uns viele Frauen und Männer aus den umliegenden Dörfern, die sich früh morgens auf den steilen Weg nach oben machen, um Gras fürs Vieh zu schneiden Mit 40 bis 50 kg schweren Lasten, die die Männer auf dem Kopf und die Frauen auf dem Rücken tragen, eilen sie leichtfüßig an uns vorbei und rufen uns ein fröhliches „Selamat pagi”, Guten Morgen, zu. Sie haben keine Walkie-Talkies dabei.
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