Mit dem Fahrrad über die Alpen (ca. 500 km / 7500 Höhenmeter)

      Reisebericht

 

 

   

 

1. Tag: Tegernsee - Kaiserhaus   ca. 27 km / 550 hm

Es waren einmal drei eifrige, aber absolut verrückte Burschen. Der Kahli, der Schmiddie und der Lindi. Eines Tages machten sie sich auf einen langen, beschwerlichen Weg um die weiten Ebenen der Alpen und des Gardasees zu erforschen.

Nach Kahlis bestandener Führerscheinprüfung schwangen wir uns um 5 Uhr auf unsere Drahtesel und zogen bei Sonnenschein in die weite Welt hinein. Von einer Mautstelle zur Monialm hinauf fuhren wir durch idyllische Täler über Valepp und dann Schotter bis zum Kaiserhaus, wo wir noch kurz anstießen und uns eine scheinbar unschuldige Wiese zum Wildcampen aussuchten. Nachts dann noch Gewitter und der Tag war perfekt.

 

2. Tag: Kaiserhaus " Anstieg zum Pfitscherjoch   ca. 70 km / 1100 hm

Am Morgen gab´s ein böses Erwachen. Ein paar Kühe trampelten bei angenehmen Wetter auf unseren Fahrmaschinen herum und einen fetten Achter in Schmiddies Trekking Bike. Nachdem dieser halbwegs behoben war ging´s weg von der unzivilisierten Einsamkeit und erstmal gscheid rauf, aber nur 150hm, und dann über eine wunderbare, unspektakuläre Abfahrt hinunter ins Inntal. Es folgten etwa 40km recht öde flache Fahrt durchs Zillertal bis dann sehnlichst erwartet der erste echte Hammer ins Haus stand: Das Pfitscherjoch. Über 1600hm Anstieg, davon ca. 450hm schieben und tragen.

Noch voller Kraft strotzend und zwischendurch noch durch eine Bierpause bei ein paar Ossis gestärkt nahmen wir mal schnell die ersten 600hm in Angriff, die uns durch Schluchten und Talgegenden bis zu einer schönen Wiese mit prima Blick führten. Die Kuhgefahr war nicht von der Hand zu weisen, doch mutig dem Tod ins Auge sehend leisteten wir Piefges noch ein paar österreichischen Bergfreunden bzw. Kletterfreaks (z.T. sehr hübsch) Gesellschaft.

 

3. Tag: Anstieg zum Pfitscherjoch " Sterzing   ca.60 km / 1200 hm

An Schmiddies Geburtstag erwischten wir einen besonders extremen Tag. Um der nie wirklich eintretenden Mittagshitze zu entrinnen, brachen wir früh bei wunderbaren Wetter auf, um die restlichen ca. 550hm zum Schlegeisspeicher zu erklimmen. Durch immer neue Täler ansteigend tauchten hinter immer höheren Bergspitzen endlich die Staumauer und dann die 3000er des Alpenhauptkamms auf. Der fantastische Schlegeisspeicher war erklommen: puh, anstrengend.

Reisebericht RadtourEin Besuch auf der Staumauer und dann ging es über den vielbesuchten und mittlerweile wohl wunderbar ausgebauten Wanderweg noch höher. Unsere stählernen Körper schoben großteils unter unsagbaren Qualen, denen unter anderem ein Glas ätzender, fetttriefender Erdnussbutter (pur) zum Opfer fiel. Nur die letzten gut 150hm (oder besser gesagt 300hm) konnten das noch toppen. Erst ca. 15kg Gepäck raufschleppen, Passphoto machen, wieder runter und so gut es ging wieder raufschieben und tragen. Der tolle Blick auf Gletscher, Berge und Täler mochte zumindest die meisten kaum aufzumuntern, insbesondere das scheintote Geburtstagskind.

Nach der Einkehr am Pfitscherjoch-Haus am späten Nachmittag folgte eine 800hm-Schotterwegabfahrt und dann ging´s über Straße noch weiter runter bis nach Sterzing, wo wir dann nach einigem hin und her einen eher hässlichen Campingplatz fanden und Schmiddies Geburtstag feierten.

 

4. Tag: Sterzing " Mittewald   ca. 30 km / 200 hm

Schuld an der kurzen Strecke war möglicherweise das Wasser vom Pfitscherjoch. Ein gewisser Herr Linde bekam eine Magenverstimmung, musste sich vorbildlich versorgen lassen und brachte uns im Wald zum anhalten. Neben einem steinigen Bachbett schlugen Kahli und Schmiddie dann an einer engen Waldstelle das Zelt auf.

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