Wüstensonne in Mexiko

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Zwei Traveler aus Leidenschaft haben dem Berufsleben in Deutschland den Rücken gekehrt, um für 3 1/2 Jahre das Abenteuer zu suchen. In einem alten Campingbus reisen sie durch Nordamerika und passieren dabei mehr als 45 Breitengrade zwischen Eismeer und Wendekreis des Krebses. Sie verbringen zwei Winter unter der Wüstensonne Mexikos und einen in einem kanadischen Blockhaus in frostiger Kälte und unter den faszinierenden Nordlichtern.

Reisebericht MexikoOhne weitere Zwischenfälle erreichen wir die MEX 1, zum ersten Mal seit 18 Tagen wieder Asphalt! Auch wenn die Carretera Transpeninsular verdammt schmal ist und die mexikanischen Brummifahrer keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer hier King of the Road ist, verglichen mit der hinter uns liegenden Küstenpiste ist das Entlangrollen auf dem Asphaltband wie ein Flug in der Business Class. Wir befinden uns jetzt in der Gegend von Cataviña und damit am nördlichen Ende der eindrucksvollsten Vegetationszone der Baja. Ein Meer von Felsbrocken unterschiedlichster Größe, vom steinernen Fußball bis hin zu haushohen Monolithen, stellt die Kulisse für ein wahres Kakteenwunderland dar. Allen voran beherrschen mächtige Cardónes mit ihren kandelaberartigen Verzweigungen die Szenerie, eskortiert von einem bunt gemischten Heer aus Teddy Bear Chollas, Ocotillos, Agaven, Yuccas und Elephant Trees. Unser Lieblingskaktus ist einer, dessen offiziellen Namen wir nie herausgefunden haben. Seine säulenförmigen Stämme werden bis zu vier Meter hoch, und seine vorspringenden Rippen sind mit zahlreichen kurzen Dornen besetzt. Diese werden jedoch von kaktusuntypischen, streichelzarten, flauschig weichen Haaren überragt, weswegen wir diesem freundlichen Gesellen den Namen "Samtpfötchen" gegeben haben.

Die Clowns dieses botanischen Kuriositätenkabinetts sind jedoch zweifellos die Cirios. Dabei handelt es sich um Sukkulenten, die lediglich aus einem massigen, sich nach oben hin verjüngenden Stamm mit winzigen Blättchen dran bestehen. Auf den ersten Blick wirken sie wie überdimensionale Karotten, die jemand verkehrt herum in die Erde gerammt hat, mit dem dicken Ende nach unten. In ihrer eigenwilligen Wuchsform übertreffen sie allerdings die krummste Mohrrübe. Während bei jüngeren Exemplaren die allgemeine Wachstumsrichtung noch senkrecht nach oben geht, ändern ältere Cirios dieses Prinzip scheinbar nach Belieben ab. Sie präsentieren sich dann in den skurrilsten Verrenkungen. Wir entdecken Korkenzieher-Imitatoren unter ihnen, galgenförmige Exemplare (sogar mit Schlinge) und einer spielt römischer Triumphbogen.

Die Bilderbuchwüstenlandschaft übt eine starke Faszination auf uns aus, sowohl am Tage als auch in der Nacht. Gerade wenn es dunkel ist, wirken die unglaubliche Stille und der klare Sternenhimmel wie Balsam. Daran ändert auch das gelegentliche Heulen der Kojoten nichts - ganz im Gegenteil! Die Morgen- und Abendsonne bieten die schönsten Lichtverhältnisse für ausgedehnte Fotospaziergänge. Auf einer dieser Morgenexkursionen ereilt mich das offenbar unvermeidliche Schicksal eines Wüstenwanderers. Als ich mal wieder etwas zu sehr mit Bildausschnitt und Lichteinfall be-schäftigt bin, springt mir doch tatsächlich einer dieser langstacheligen Kaktusableger, die in Massen so offen auf dem Boden herumlungern, daß es fast schon wieder hinterhältig ist, mitten auf den Fuß. Es ist jedoch müßig, mit dem Schicksal zu hadern, denn eigentlich bin ich ja selbst schuld. Schließlich steht in keinem Wüstenratgeber etwas davon, daß es zweckmäßig sei, barfuß in Sandalen durch eine Kakteenwüste zu latschen! Aber ich habe Dusel, nur einer der circa 4 cm langen Stacheln hat sich in meinem Fuß verhakt. Der Rest der stacheligen Kugel steht sozusagen freischwebend auf diesem einen Bein. Nachdem Uschi mir vom Wagen Arbeitshandschuhe und Schere geholt hat - die Wartezeit habe ich in einer vogelscheuchenähnlichen Starre zugebracht - gelingt es mir, die Kaktuskugel bis auf ihr "Standbein" ohne weitere Verletzung zu entfernen. Ich ziehe zaghaft, aber zum Äußersten entschlossen an dem in meinem Fuß verbliebenen Stachel. Er bewegt sich nach oben, und mit ihm die ihn umgebenden Hautpartien. Es bildet sich so etwas wie ein Vulkankegel, aber irgendwann macht es "plöpp", der Fuß schnellt in seine normale Form zurück, und der Übeltäter ist draußen.

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