Abenteuer in Alaska

      Reisebericht

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Bären und Elche, Holzfäller und Huskies, Blockhäuser in der Einsamkeit, mit dem Wohnmobil über endlose Highways, mit dem Kanu durch die Fluß- und Seenlandschaft Alaskas. Aus verschiedenen Perspektiven beschreiben und erleben Berthold Baumann und Silke Bollhorst das große, weite Land, das sie auf ihre Art entdeckt und erkundet haben.

 

"Eigentlich kann uns nicht mehr allzu viel passieren. Immerhin haben wir uns während unserer Tour schon verlaufen, mit dem Kanu verfahren, sind meilenweit durch einen eiskalten Fluss getreidelt, gekentert und Leck geschlagen", stellte ich angesichts der Stromschnellen fest. "Wieso?", antwortete Berti nur ganz trocken, "Das Kanu kann noch in der Mitte durchbrechen" Das ist uns aber - allem sei Dank - erspart geblieben.

Wir hatten uns in Glenallen verproviantiert und im dortigen Bureau of Landmanagement (BLM), zu dem der Gulkana River in Südzentral-Alaska gehört, die "Detailinfos" bekommen. "Super Fluss, total easy und wunderschön", erklärte uns eine nette Dame freundlich. "Topographische Karten braucht ihr nicht und auch sonst ist alles total einfach. Der Fluss ist bei Paddlern sehr beliebt und wir vom BLM machen auch jedes Jahr eine Tour darauf". Nun, sie gab uns zumindest noch eine Broschüre über den Fluss mit. Die Tangle Lakes am Denali Highway waren unser Einsetzpunkt. Wir informierten uns bei der Tangle Lake Lodge noch mal über den Fluss. Die erzählten uns etwas anderes, von wegen total einfach und wie wir denn die Umtragestrecken ohne Karte finden wollten. Wir besprachen noch mal alle Details, aber auch hier konnten wir keine topographische Karte bekommen.

Die Sonne brannte auf uns herab, die Aussicht war herrlich. "Endlich Outdoors", hörte ich Berti sagen. Ich drehte mich um und sah weit hinter mir einen Gletscher, der sich gemächlich hinunter schlängelte. Nach einigen Paddelschlägen war die wenig befahrene Straße nicht mehr wahr zu nehmen. Sanfte Hügel flankierten uns, während wir langsam auf dem Tangle Lake dahinglitten. Ein warmes, zufriedenes Gefühl breitete sich in meiner Bauchgegend aus. Ich sog die Luft genüsslich in mich auf und genoss einfach den Moment. Ein perfekter Start für eine Tour.

Portagen und Biberdämme

Alaska ReiseberichtDie erste Umtragestelle von etwa 100 Metern war ruckzuck erledigt und wir paddelten weiter auf dem nächsten See. Der sollte eigentlich durch ein Flüsschen mit dem darauf folgenden See verbunden sein, aber das war nicht fahrbar. Mittlerweile mussten wir uns unseren Weg auf dem See durch Schilf und teilweise dichten Schlamm erkämpfen. Die nächste Schikane bestand aus einigen Biberdämmen, mit denen wir jedoch kurzen Prozess machten: Den Canadier vorne angehoben, auf den Damm gesetzt und drüber geschoben. Das Ganze drei- oder viermal. Irgendwann erreichten wir das See-Ende und fanden nach einigem hin und her einen geeigneten Umtrageweg. Oft sah alles gleich aus und aus einem anderen Blickwinkel gab es wieder einen optimaleren Weg. Und dann das Laufen mit dem Kanu auf den Schultern, Null-Sicht und durch teilweise dichten Busch oder noch besser, durch etwas moorige Teile. Das war auch irgendwann geschafft, es kam der nächste See und direkt die nächste Umtragestelle.

Naja, macht auch nichts. Jetzt war jedenfalls Zeit das Zelt aufzubauen. Und morgen ist ja auch noch ein Tag. Wir kletterten mit unseren Sachen die Uferböschung hinauf und suchten nach einem netten Platz für unser Zelt. Doch vorher stiegen wir auf den Hügel direkt daneben, um uns zu orientieren. Na da schau her. Der gesuchte See lag direkt zu unseren Füßen. Seine Wasseroberfläche glitzerte in der Abendsonne. Die Konturen erinnerten mich an ein Puzzlestück und so taufte ich den namenlosen See "Puzzle Lake". So hatten wir uns also eine zusätzliche Portage eingehandelt. Hält fit, wenn man gerade nichts anderes vor hat.

Es war kein Wölkchen am Himmel über der baumlosen Tundra, was bedeutete, dass wir eine tolle Sicht auf die Seen hatten und es recht kühl wurde. Am nächsten Morgen war etwas Wasser in einem unserer Töpfe gefroren. In dieser Nacht hörte ich die klagenden und ein wenig melancholischen Schreie der Loons, Eistaucher - wie sie typisch für die meisten Seen im nördlichen Nordamerika sind. Der Morgen begann mit Schleppen und Wandern. Auf einmal entdeckten wir sogar andere Kanuten, die einen etwas kürzeren und besseren Weg gewählt hatten. Aber schließlich waren auch wir am Ziel dieser Umtragestelle.

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