Wildlife im Manu-Park

      Abenteuer im Dschungel von Peru

 

 

   

 

Bereits 7 Monate ist Jeanette Sabus mit ihrem Freund Michi in Chile, Bolivien und Argentinien unterwegs und hat dabei eine Menge erlebt. In Peru angekommen, unternehmen die beiden in Cuzco einen 9-tägigen Trip in den Manu-Park, den Dschungel von Peru.

Bereits in den ersten vier Tagen haben die beiden viele einmalige Erlebnisse und Eindrücke gesammelt und berichten nun vom 5. Tag.

Langes, faules Ausschlafen kennt man hier im Busch nicht. Bereits um 5:00 Uhr wird morgens neben unseren Zelten die Küche angeschmissen, Leo bereitet wohl schon das Mittagessen vor. Wir selber können noch eine Weile liegen bleiben, und müssen erst um 6:00 Uhr raus.

Nach dem Frühstück besuchen wir kurz das Museum in der Ranger-Station, in der wir unter anderem auf einige Verhaltensregeln hingewiesen werden, und in der wir uns registrieren müssen, um in die nächste Zone weiterfahren zu dürfen. Der gesamte Nationalpark ist nämlich eingeteilt in:

  • die Zona Cultural, mit den Dörfern der Nativos, und die man uneingeschränkt besuchen kann,
  • die Zona Reservada, die nur mit offizieller Genehmigung dem Tourismus zugänglich ist
  • und die Zona Restringida, wo noch Eingeborene ohne jeden Kontakt zur Außenwelt leben, und die man nur zu wissenschaftlichen Zwecken und mit Sondergenehmigung betreten darf.

Eine Stunde später sind wir soweit, wir haben unsere Genehmigung, und es ist bereits schon wieder alles im Boot verstaut. Es geht weiter flussaufwärts. Das Wetter ist uns endlich wieder wohlgesonnen, wir haben blauen Himmel und die Sonne brennt. Sie sorgt nicht nur für gute Laune bei uns, sondern lockt auch die Tiere hervor. Überall begegnen wir den großen Schildkröten, die sich wie Dominosteine in einer Reihe aufstellen, und ihren Kopf der Sonne entgegenstrecken, jeweils auf dem Panzer des Vordermannes aufliegend.

Aber nicht nur sie, auch die weißen und die schwarzen Kaimane nehmen ebenfalls liebend gerne ein Sonnenbad. Faul liegen sie wie Mikado-Stäbchen überall am Flussufer verstreut. Es sind so viele, dass uns ihr Anblick schnell vertraut ist, und sie uns keine Angst mehr einflößen können. Zudem klärt uns Samuel auch noch auf, dass zwar ein Jaguar beim Versuch den Fluss zu durchqueren, ihnen durchaus zum Opfer fallen kann. Der Mensch hingegen steht allenfalls dann auf ihrer Speisekarte, wenn er sich ihrem Nest mit den auszubrütenden Eiern zu sehr nähert. Spätestens jetzt haben wir jeglichen Respekt vor ihnen verloren. Nun kann uns nichts mehr aufhalten. Wir brauchen dringend eine erfrischende Abkühlung, legen an einem kleinen Strand an, verscheuchen damit noch eines dieser Exemplare ins Wasser, und stürzen uns gleich hinterher ins kühle Nass.

Die winzigen Sonnenfliegen sind es, die uns schnell wieder aus dem Wasser vertreiben, denn auch sie scheinen von nasser Haut magisch angezogen zu werden, und stechen gnadenlos zu. Keiner bleibt verschont, und wir flüchten freiwillig zur Weiterfahrt ins Boot, wo wenig später Essensausgabe stattfindet. Auf dem Speiseplan steht diesmal Risotto mit einheimischem Gemüse und knusprigem Hähnchenschenkel.

So gesättigt halten nun manche unter dem schattenspendenden Bootsdach ihre Siesta. Der Rest hält auf der immer noch weiter flussaufwärts gehenden Fahrt Ausschau nach wilden Tieren. So entdecken wir ganze Gruppen von Affen, die sich von Baumkrone zu Baumkrone schwingen, und viele unterschiedliche Vögel, wie zum Beispiel die Guacamayos, die großen bunten Papageien mit ihrem langen Schwanz, die anmutig und immer paarweise über uns hinweg fliegen.

Wir sind wirklich froh über das Fernglas, damit können wir hautnah beobachten und betrachten, was wir mit bloßem Auge bestenfalls als dunklen Schatten erkennen würden. Die ganze Zeit schon durchforstet Michi damit angestrengt das Ufer. Und auf einmal schlägt er Alarm, er hat einen Jaguar entdeckt, der gerade aus dem Gebüsch ans Ufer tritt.

Der scheint es überhaupt nicht eilig zu haben und schreitet weiter stolz und gemütlich am Wasser entlang. Sofort wird der Motor abgestellt, und zusammen mit dem Capitan Felipe führen Samuel und Werner das Boot so geschickt an ihn heran, dass wir ihn fast eine halbe Stunde lang beobachten können. Mit den imitierten Lauten eines Jaguarweibchens gelingt es Felipe, den Burschen zu täuschen und seinen Blick direkt in unsere Kameras zu locken. Nun scheint er richtig neugierig geworden zu sein, es ist nicht mehr auszumachen, wer jetzt eigentlich wen beobachtet. In aller Ruhe lässt er sich am Strand nieder und harrt der Dinge, die da kommen. Viel können wir ihm aber offenbar nicht bieten, denn nach einer Weile wird es ihm doch zu dumm, und er stolziert wieder weiter. Mit einem Schlag seiner riesigen Tatze räumt er lässig störende Äste ganz einfach aus dem Weg, und verabschiedet sich dann mit einem letzten Blick über die Schulter zurück, bevor er schließlich wieder im Busch verschwindet. Er scheint es regelrecht genossen zu haben, im Mittelpunkt zu stehen, und uns lassen all die Kaimane auf der weiteren Fahrt nach dieser einzigartigen Vorführung nun endgültig kalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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