Mit dem Aktivsegler "Thor Heyerdahl" nach Polen

      Auf den Spuren der deutschen Vergangenheit

Teil 3

 

 

   

 

Mit großem Lunchpaket zur Hammerhus-Ruine

Reisebericht PolenBesonders Aktive zogen es vor, mittels einer Fahrrad-Rallye die "Perle der Ostsee" oder die "Sonnenscheibe Dänemarks" zu erkunden, denn die südländisch anmutende Insel steckt voller Gegensätze: Einerseits wildromantische Heide- und Moorlandschaften, daneben in freier Natur Feigen- und Maul-beerbäume, Orchideen und an den Küsten schneeweiße Strände. Anders dagegen in Hasle, ein kleiner Ort der große Geschichte geschrieben hat. Einst von adligen Regenten und Kirchenfürsten bewohnt, erhalten wir hier und heute in der Hammerhus-Ruine kulturhistorische Nachhilfestunden. Selbst William Shakespeare ließ sich von der Festung, die um 1225 auf bizarren Felsklippen gebaut wurde, inspirieren. "Sein oder Nichtsein...", Hamlets Geburtsort soll hier gewesen sein. Wir verlassen den Ort, der in die Weltliteratur eingegangen ist und fahren über Gudjem, Neksø nach Åkirby um dort die imposante ÅKirche zu besuchen. Die Zeit drängte, auch wenn vieles nicht besichtigt wurde, Kurs Danzig lag an!

 

"Labskaus bis zum Abwinken!"

Neptuns huldvoller Zuspruch hatte ein jähes Ende. Die Ostsee zeigte sich wie ein zerfurchter Kartoffelacker. Zudem regnete es wie aus Eimern und dann fiel auch noch "Smut Moni" aus. Für Gustav und Schmiddi "null Problemo". Ihr Seemannsessen mundete den standhaften Kostgängern köstlich " Labskaus mit Rollmops, Gewürzgurke und Spiegeleier bis zum Abwinken. Zunehmend besserte sich das Wetter, und doch waren keine Fischer zu sehen. Dafür aber mengig viele DDR-Küstenboote, natürlich in beachtlicher Entfernung. Wir erinnern uns: Es war noch die Zeit der Berührungsängste! Uns Senior Hein verklickerte den Freiwachlern das "Einmaleins der Seemannschaft", oder man ging auf dem Poopdeck seinem Hobby nach. Thor Heyerdahl

Die Uhr blieb nicht stehen und die "Hundewache" musste einen fürchterlichen Gewitter- und Hagelschauer abwettern. Morgens drauf erzählte mir Manni uns Moker von einer fürchterlichen Schlechtwetterfront. Zudem war dem Rudergänger die "Thor" unmerklich aus dem Kurs gelaufen. "Au Backe", das hätte arg ausgehen können. "Nicht rückwärts schauen, freut euch was voraus liegt!", Dedel machte dem Trübsal ein Ende. Ein guter Norder brachte uns direkt ins Fahrwasser der Danziger Bucht " im Museumshafen von Gdynia bekommen wir unweit der beiden Großsegler "Dar Pomorza" und "Dar Mlodziezy" einen Liegeplatz zugewiesen. Welch ein Menschenauflauf hatte uns empfangen, die Anteilnahme der polnischen Bevölkerung war überaus herzlich. Von einer "Kalter Krieg"-Stimmung war keineswegs etwas zu spüren. Wohl aber nahmen die üblichen Formalitäten, Kontrolle der Schiffspapiere, Crewlisten und Pässe eine Menge Zeit in Anspruch. Endlich einklariert, die Pässe bekamen einen kostbaren Sichtvermerk, stand dem Landgang nichts mehr im Weg. Ernst und Gustav entschwanden und ich konnte nach langer Zeit meine polnischen Freunde begrüßen.

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