Murmansk - Russland

      Reisebericht

Teil 2

 

 

   

 

Reisebeginn 12. Juli 2000

Endlich hat Jenni Schulschluss und es geht los. Von Stiege bis zum Autobahnanschluss schleppen wir uns dahin, ab Magdeburg auf der Bahn geht es dann flott voran. Wir erreichen die polnische Grenze spät am Nachmittag, die Abfertigung verläuft reibungslos, Geldtausch kein Problem(mit Bargeld!). Kurzer Tankstopp, da der Diesel billiger als bei uns ist, und schon sind wir weiter in Richtung polnische Masuren unterwegs. Achtung, man kann nicht einschlafen, denn die Strassen werden immer katastrophaler, man kann schon teilweise von gefährlich sprechen, solche Spurrillen und Löcher, sodass man sehr konzentriert fahren muss, von den Bahnübergängen ganz zu schweigen. Einen kurzen Flug mit brutaler Landung hat unser Patrol geblockt, danach stand fest im Dunkeln maßvoll Gasgeben und bei Müdigkeit kein Risiko, sondern Pause! Die Natur schien uns dort noch in Takt, so viele Störche wie da, hatte unsere Tochter noch nie gesehen, sie standen auf allen Wiesen rings um die Strassen. Die Lichtmasten waren allesamt mit Storchennestern geschmückt. Für uns stand fest, das hier die bei uns in Deutschland selten gewordenen Störche, einen Überlebensraum gefunden hatten. Spät in der Nacht, Jenni und Astor schnarchten schon hinten im Auto, lies die Konzentration nach und wir stellten uns etwas abseits in den Wald, neben der Strasse und schliefen halb sitzend vor Erschöpfung ein. Bequem war es gerade nicht, aber wir wollten die Zwei auch nicht wecken. So kam es, dass ich das Gefühl hatte gerade eingeschlafen zu sein, als mich ein undefinierbares Geräusch aufschreckte und meine Augen direkt in einen hellen Lichtstrahl blickten, verwirrt, und bevor ich überhaupt begriffen habe, was los ist, stieg ein Uniformierter in ein Polizeiauto und dieses fuhr los. So verging die Nacht wie im Flug und Astor stand auf, also Gassi. Als wir zurück waren, war der Rest der Familie auch wach und ich erzählte ihnen beim Frühstück von der nächtliche "Lebenskontrolle" (Geglaubt hat man mir nicht so richtig, ein Albtraum schien wahrscheinlicher, aber aus ehelicher Höflichkeit lässt man sich ja Zweifel nicht so offensichtlich anmerken.).

 

13. Juli, Baltikum

Weiter ging es bis zur Grenze nach Litauen. Es war außer unserem Auto nur noch ein PKW zu sehen, aber auch kein Beamter. Man fühlt sich manchmal ganz schön verlassen von dem Rest der Welt. Ein großes Gebäude stand zu unserer linken Seite, also auf zum Sturm der heiligen Hallen, wie gedacht, so getan. In dem Gebäude war eine große Halle, in der zu meinem Erstaunen, viele, viele Menschen lange Schlangen an den verschiedenen Schaltern bildeten. Nur an einem stand niemand, hier bist du richtig (Urlauber haben niemals Zeit und Geduld ist ein Fremdwort) und versuchte mein Glück "auf englisch", lief nicht so toll, gebrochen russisch schon eher, na ja nach der Konversation, stand fest, hier war nur die Stelle zum Warenverzollen, also wieder raus. Ca. 10 m weiter war am Gebäude außen ein Schalter, hier gab es ein Art Kurzvisa und die Autoversicherung(ca. alles zusammen 20 DM), aber wie wir erst Tage später merkten, nicht nur für Litauen, sondern für das ganze Baltikum (Litauen, Lettland, Estland), also passte unsere Aufenthaltsangabe nicht so ganz (3 Tage), schien uns etwas eng, aber erst mal abwarten. Die Abfertigung verlief dann schnell, höflich und problemlos.

Reisebericht MurmanskDie Nacht verbrachten wir, wie das Bild zeigt, mit abgetarntem Auto, in einem Waldstück, weit ab von der Strasse(in Punkto Sicherheit hörten wir vor der Reise die verschiedensten Geschichten). Aber egal wo man sich hinstellt, man ist nie alleine, dies merkt jeder sehr schnell, deshalb auf keinen Fall die Holzfällerwege zur Waldeinfahrt nutzen (das Baltikum und Karelyen sind sumpfige Gegenden!), stets befestigte Wege wählen! Die Menschen in diesen Länder sind überall in den Wäldern unterwegs, auch viele Kinder, und sammeln Beeren, Pilze, Holz u.s.w. , zum Verkauf an den Strassen (die Städter nutzen dies gern), was abends nicht verkauft ist, wird für die Familie verarbeitet.

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