Kanuwandern in Schweden

      Erfahrungsbericht

 

 

   

 

Kanadier oder Kajak

Die meisten Paddler in den Seenlandschaften wählen einen Kanadier - das klassische Wanderkanu. Zu seinen Vorteilen zählt, daß er stabil und geräumig ist und schwer beladen werden kann. Das Ein- und Aussteigen ist ebenfalls leicht. Nachteilig ist jedoch, daß er schwerfälliger als ein Kajak ist und empfindlicher auf Wellen reagiert.
 

Paddeltechnik

Kanuwandern in Schweden ReiseberichtSitzt man das erste Mal in einem Kanadier ist folgendes zu beachten (in der Theorie recht schwierig bekommt man in der Praxis die Steuerung aber doch recht schnell in den Griff): Der Kanadier wird von zwei Personen vorangetrieben, die auf der dem anderen entgegengesetzten Seite mit je einem Stechpaddel paddeln. Der Hintermann steuert das Kanu und bestimmt den Takt. Sind beide Paddler gleich stark, zieht das Kanu in Richtung der dem Paddelschlag des Hintermanns entgegengesetzten Seite, was daran liegt, das der Paddelschlag des Hintermanns eine größere Steuerwirkung hat als der des Vordermanns. Um dies auszugleichen, muß der Hintermann einen sogenannten Steuerschlag machen, wobei er das Paddelblatt als Abschluß des Grundschlages vom Kanu weg drückt. Dadurch bekommt das Kanu einen geraden Kurs, wird aber gleichzeitig etwas abgebremst. Je weiter hinten der Steuerschlag ausgeführt wird, desto geringer ist die Bremswirkung. Ein Steuerschlag dauert normalerweise 1-3 Sekunden.


Länge der Tagesetappen

Eine Tagesetappe mit dem Kanadier beträgt ca. 20 km, wenn ungefähr 4-5 Stunden bei normalen Wetterverhältnissen und ohne Unterbrechungen gepaddelt wird. Hinzu kommt die Zeit, die für das Umtragen und für Pausen im Kanu und an Land benötigt wird. Die Gesamtzeit für 20 km beträgt so oft 6-8 Stunden. Wer es ruhig angehen will oder Kinder dabei hat, sollte nicht mehr als 10-15 km täglich einplanen.

Ist man gut in Form und will seine Kräfte erproben, kann man es bei guten Verhältnissen mit Tagesetappen von 40-50 km versuchen.


Am Lagerplatz

Zieht das Kanu immer vollständig an Land und dreht es um. So vermeidet Ihr unangenehme Überraschungen, die von Regen oder Wind verursacht werden können. Ein Kanu kann leicht von Wellen zerschlagen werden oder abtreiben und verschwinden.


Navigation

Der Ausblick vom Kanu ändert sich oft nur wenig: Wasserfläche, Himmel, und Horizont. Paddelt man eine Weile ohne auf die Karte zu sehen, kann es schwierig werden die eigene Position festzustellen. Zu den Grundsätzen guter Navigation im Kanu gehört, sich ständig anhand der Karte zu orientieren und festzustellen, welche Landzungen und Inseln passiert werden. Mit einem Kompaß kann die Position noch genauer festgestellt werden. Dies ist u.a. bei schlechter Sicht und immer dann notwendig, wenn man das Gelände aus anderen Gründen nur schlecht deuten kann. Bei normalen Verhältnissen ist es ausreichend, die Karte auszurichten. Auch ein Feldstecher ist eine unschätzbare Hilfe bei der Orientierung.


Umtragen

In den Seenlandschaften kann man oftmals weite Strecken zurücklegen, ohne umtragen zu müssen. Jedoch eröffnen sich dem Kanuten durch kürzeres oder längeres Umtragen noch mehr Gewässer, wobei ein Bootswagen ein unentbehrliches Hilfsmittel darstellt.


Schleusen

An manchen Stellen in den Seenlandschaften muß das Kanu geschleust werden. Ein Kanu zu schleusen, ist ein spannendes und unverzichtbares Erlebnis. Eine Schleusung (pro Kanu) kostet 20 SEK (2001). Folgt immer dm ausgeschilderten Fahrweg zur Schleuse, wenn Ihr in die Nähe einer Schleuse bzw. eines Wasserkraftwerkes kommt. Davon abzuweichen kann Lebensgefahr bedeuten! Es besteht die Gefahr, daß man von den starken Strömungen erfaßt wird, die sich über den Zuflußrohren der Kraftwerke bilden. An jeder Schleuse gibt es einen Schleusenwärter, der für den Betrieb der Schleuse verantwortlich ist und entscheidet, wie Schiffe und Kanus in der Schleusenkammer liegen sollen. Den Anweisungen des Schleusenwärters ist immer Folge zu leisten. Der Schleusenwärter wirft den Kanuten Taue zu, die während der gesamten Schleusung straff gespannt gehalten werden sollen. Werden mehrere Kanus gleichzeitig geschleust, kann man einander helfen, indem man das jeweilige Nachbarboot an der Seite festhält. Die Schleusen sind normalerweise von Juni bis August in Betrieb. Zu Beginn und gegen Ende des Sommers sind sie jedoch sonntags geschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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