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Kanadier oder Kajak
Die meisten Paddler in den Seenlandschaften wählen einen
Kanadier - das klassische Wanderkanu. Zu seinen Vorteilen zählt,
daß er stabil und geräumig ist und schwer beladen
werden kann. Das Ein- und Aussteigen ist ebenfalls leicht. Nachteilig
ist jedoch, daß er schwerfälliger als ein Kajak ist
und empfindlicher auf Wellen reagiert.
Paddeltechnik
Sitzt
man das erste Mal in einem Kanadier ist folgendes zu beachten
(in der Theorie recht schwierig bekommt man in der Praxis die
Steuerung aber doch recht schnell in den Griff): Der Kanadier
wird von zwei Personen vorangetrieben, die auf der dem anderen
entgegengesetzten Seite mit je einem Stechpaddel paddeln. Der
Hintermann steuert das Kanu und bestimmt den Takt. Sind beide
Paddler gleich stark, zieht das Kanu in Richtung der dem Paddelschlag
des Hintermanns entgegengesetzten Seite, was daran liegt, das
der Paddelschlag des Hintermanns eine größere Steuerwirkung
hat als der des Vordermanns. Um dies auszugleichen, muß
der Hintermann einen sogenannten Steuerschlag machen, wobei
er das Paddelblatt als Abschluß des Grundschlages vom
Kanu weg drückt. Dadurch bekommt das Kanu einen geraden
Kurs, wird aber gleichzeitig etwas abgebremst. Je weiter hinten
der Steuerschlag ausgeführt wird, desto geringer ist die
Bremswirkung. Ein Steuerschlag dauert normalerweise 1-3 Sekunden.
Länge der Tagesetappen
Eine Tagesetappe mit dem Kanadier beträgt ca. 20 km,
wenn ungefähr 4-5 Stunden bei normalen Wetterverhältnissen
und ohne Unterbrechungen gepaddelt wird. Hinzu kommt die Zeit,
die für das Umtragen und für Pausen im Kanu und an
Land benötigt wird. Die Gesamtzeit für 20 km beträgt
so oft 6-8 Stunden. Wer es ruhig angehen will oder Kinder dabei
hat, sollte nicht mehr als 10-15 km täglich einplanen.
Ist man gut in Form und will seine Kräfte erproben,
kann man es bei guten Verhältnissen mit Tagesetappen von
40-50 km versuchen.
Am Lagerplatz
Zieht das Kanu immer vollständig an Land und dreht es
um. So vermeidet Ihr unangenehme Überraschungen, die von
Regen oder Wind verursacht werden können. Ein Kanu kann
leicht von Wellen zerschlagen werden oder abtreiben und verschwinden.
Navigation
Der Ausblick vom Kanu ändert sich oft nur wenig: Wasserfläche,
Himmel, und Horizont. Paddelt man eine Weile ohne auf die Karte
zu sehen, kann es schwierig werden die eigene Position festzustellen.
Zu den Grundsätzen guter Navigation im Kanu gehört,
sich ständig anhand der Karte zu orientieren und festzustellen,
welche Landzungen und Inseln passiert werden. Mit einem Kompaß
kann die Position noch genauer festgestellt werden. Dies ist
u.a. bei schlechter Sicht und immer dann notwendig, wenn man
das Gelände aus anderen Gründen nur schlecht deuten
kann. Bei normalen Verhältnissen ist es ausreichend, die
Karte auszurichten. Auch ein Feldstecher ist eine unschätzbare
Hilfe bei der Orientierung.
Umtragen
In den Seenlandschaften kann man oftmals weite Strecken zurücklegen,
ohne umtragen zu müssen. Jedoch eröffnen sich dem
Kanuten durch kürzeres oder längeres Umtragen noch
mehr Gewässer, wobei ein Bootswagen ein unentbehrliches
Hilfsmittel darstellt.
Schleusen
An manchen Stellen in den Seenlandschaften muß das
Kanu geschleust werden. Ein Kanu zu schleusen, ist ein spannendes
und unverzichtbares Erlebnis. Eine Schleusung (pro Kanu) kostet
20 SEK (2001). Folgt immer dm ausgeschilderten Fahrweg zur Schleuse,
wenn Ihr in die Nähe einer Schleuse bzw. eines Wasserkraftwerkes
kommt. Davon abzuweichen kann Lebensgefahr bedeuten! Es besteht
die Gefahr, daß man von den starken Strömungen erfaßt
wird, die sich über den Zuflußrohren der Kraftwerke
bilden. An jeder Schleuse gibt es einen Schleusenwärter,
der für den Betrieb der Schleuse verantwortlich ist und
entscheidet, wie Schiffe und Kanus in der Schleusenkammer liegen
sollen. Den Anweisungen des Schleusenwärters ist immer
Folge zu leisten. Der Schleusenwärter wirft den Kanuten
Taue zu, die während der gesamten Schleusung straff gespannt
gehalten werden sollen. Werden mehrere Kanus gleichzeitig geschleust,
kann man einander helfen, indem man das jeweilige Nachbarboot
an der Seite festhält. Die Schleusen sind normalerweise
von Juni bis August in Betrieb. Zu Beginn und gegen Ende des
Sommers sind sie jedoch sonntags geschlossen.
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